{"id":172,"date":"2010-02-17T14:54:35","date_gmt":"2010-02-17T12:54:35","guid":{"rendered":"http:\/\/de.instergod.ru\/?p=172"},"modified":"2025-03-25T07:49:40","modified_gmt":"2025-03-25T05:49:40","slug":"zhilmassivyi-modernizma-i-ih-buduschee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/instergod.ru\/de\/zhilmassivyi-modernizma-i-ih-buduschee\/","title":{"rendered":"&quot;Siedlungen der Moderne und ihre Zukunft&quot;"},"content":{"rendered":"<p>Zeitens der Berliner Baufachmesse &#8222;Bautec&#8220; fand am 17.02.2010 ein von der Berliner Architektenkammer veranstaltetes Symposium <strong>&#8222;Siedlungen der Moderne und ihre Zukunft<\/strong><strong> \u2014\u00a0Kulturerbe in Berlin und Ost-Europa<\/strong><strong>&#8222;<\/strong> statt. Berlin ist f\u00fcr solche Veranstaltungen pr\u00e4destiniert: sechs Siedlungen der Berliner Moderne aus den Jahren 1910\u20141930 sind 2009 zum UNESCO-Welterbe erkl\u00e4rt worden; naheliegend ist auch das Interesse der &#8222;insterJAHR&#8220;-Beauftragten an der Veranstaltung, nahmen doch die angek\u00fcndigten Vortragsthemen vieles vom geplanten Fachkolloquium in Tschernjachowsk vorweg.<\/p>\n<p>Die Erwartungen wurden rundweg erf\u00fcllt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/instergod.ru\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/Bautec-Colloquium.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-6184\" title=\"Bautec-Colloquium\" src=\"https:\/\/instergod.ru\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/Bautec-Colloquium-450x198.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"198\" \/><\/a><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Mit den Gru\u00dfw\u00f6rtern des Pr\u00e4sidenten der  Berliner Architektenkammer, Herrn Klaus Meier-Hartmann, Vertreterin des Berliner Landeskonservators, Frau Dr. Anna Odenthal und Dr. Jens Karstedt, dem Pr\u00e4sidenten der Berliner Baukammer fing die Versammlung an. Bauingenieure, Denkmalsch\u00fctzer und Architekten zeigten sich in ihrer Herangehendweise an die Geschichte vereint; Dr. Karstedt unterstrich besonders, da\u00df auch und gerade die Bauingenieure hier gemeinsam mitziehen und im behutsamem Herangehen an bauliches Erbe keineswegs nur Erschwernisse ihrer Idealtragwerke sehen.<\/p>\n<p>Dr. Norbert Mayr, ein Architekturhistoriker aus Salzburg berichtete von der Werkbundsiedlung in Wien: in den 1930er Jahren erbaut und Anfang der 1980er saniert, ist sie aufgrund der damals noch nicht bekannten Konstruktionsl\u00f6sungen und der unkoordinierten Herangehensweise der Stadt und einzelner Bewohner wieder sanierungsbed\u00fcrftig.<\/p>\n<p>Frau Anna Jagiellak aus dem Warschauer Denkmalamt sprach von den Zwischenkriegssiedlungen Warschaus und dem m\u00fchsamen Weg, sie heute erhalten zu wollen. Erfolgreiche Restaurierungs- oder Sanierungsf\u00e4lle habe Warschau leider nicht aufzuweisen.<\/p>\n<p>Dr. Anke Zalivako vom Lehrstuhl Baugeschichte der TU Berlin widmete sich den Wohnsiedlungen und Kommuneh\u00e4usern des Leningrader und Moskauer Konstruktivismus: nur zwei solcher Siedlungen stehen in ganz Moskau unter Denkmalschutz.<\/p>\n<p>Architekt Winfried Brenne, dem wir die Erhaltung der Siedlungen Bruno Tauts verdanken, nannte sein Vortrag &#8222;Architektur und \u00c4sthetik der Berliner Moderne&#8220;: seinem eigenen Arbeiten an ihr, dem Wiedererstrahlen ihrer Farbigkeit (Tuschkastensiedlung und andere), dem Zusammenf\u00fchren der Denkmalschutzbelange mit den legitimen W\u00fcnschen der Bewohner, deren Lebensstil seit der Erbauung der H\u00e4user sich g\u00e4nzlich wandelte.<\/p>\n<p>Dr. Anna Odenthal vom Landesdenkmalamt Berlin setzte die letztere Thematik fort und erl\u00e4uterte die Frage der Denkmalpflegepl\u00e4ne, erfolgreich an der Siedlung Hakenfelde und andernorts angewandt: die Denkmal\u00e4mter und die Wohnungsbaugesellschaften, die die Siedlungen an die Bewohner ver\u00e4u\u00dferten erarbeiteten etwas anderes ald blo\u00dfe Verbotskonvolute, sondern zeigten auch Optionen auf, wie der neue Besitzer sich sein Haus oder Wohnung aneignen konnte, und wo er gemeinsam mit seinen Nachbarn agieren sollte (Grundri\u00dffragen, Wandbemalungen usw.). Auf diese Weise sind die mit solchen Pl\u00e4nen versehenen H\u00e4user durch ihre eigenen Bewohner zuverl\u00e4ssig gesch\u00fctzt und die Beh\u00f6rden entlastet worden.<\/p>\n<p>Dr. Heinz-Rudolf Mei\u00dfner und Frau Angelika Grafahrend berichteten als Bewohner und Mit-Besitzerin der UNESCO-gelisteten Hufeisen-Siedlung von der Nutzersicht auf die ihnen auferlegten Schutzverpflichtungen und die Vorteile, die dieser Zustand ihnen biete: Dr. Me\u00dfner kaufte sein Haus, weil es gesch\u00fczt war, dem Vorbesitzer war es hingegen ein Verkaufsgrund. Besonders angesprochen war die Frage des W\u00e4rmeschutzes in den Bauten, die dann Frau Eike Petersen als Vertreterin der Wohnungsbaugesellschaft aufgriff: durchs D\u00e4mmen der Dachb\u00f6den und Kellerdecken lie\u00df sich der Heizaufwand mehr als halbieren!<\/p>\n<p>Lehrer des Oberstufenzentrums Knobelsdorffschule Christoph Hertz lenkte die Aufmerksamkeit der Zuh\u00fcrer auf die Projekte seiner Sch\u00fcler, denen die Berliner, Londoner und R\u00f6mer Siedlungen des Modernismus als Lehrbeispiele f\u00fcr vergleichende Typen-, Technik- und Schadensstudien dienen. Nach Abschlu\u00df solcher Kurse werden die Knobelsdorff-Sch\u00fcler zu Denkmalschutzassistenten und setzen ihre Ausbildungen an den Hochschulen fort.<\/p>\n<p>Vorsitzender des Denkmalschutzaussschusses der Berliner Baukammer Wilfried Wolff f\u00fchrte beispielhaft konstruktive L\u00f6sungen vor, wie sie in den Moderne-Siedlungen vorkommen, und die modernen Eingriffe, die sich zur Behebung der aufgetretenen M\u00e4ngel sich eignen (oder eben nicht).<\/p>\n<p>Architektin und Energieberaterin Elke Duda erl\u00e4uterte die Fragen der Energiewirtschaftlichkeit der Siedlungsh\u00e4user und der gesetzlichen Bestimmungen f\u00fcr sie.<\/p>\n<p>Gartenarchitektin Katrin Lesser rundete die Veranstaltung mit den Fragen der Wiederherstellung der urspr\u00fcnglichen beispielhaften Pflanzungen der Hufeisensiedlung ab, wo sie mit den gebauten Architekturen einst eine Einheit bildeten.<\/p>\n<p><em>&#8222;insterJAHR&#8220;-Beauftragte Dimitri Suchin berichtete am Schlu\u00df der Veranstaltung kurz von einem \u00e4hnlichen Fachkolloquium, welches die <\/em><em>Berliner The<\/em><em>men fortsetze, und lud die Teilmehmer und Zuh\u00f6rer nach Nordostpreu\u00dfen ein, was sogleich zu aufschlu\u00dfreichen Zweigespr\u00e4chen am Rande der Veranstaltung f\u00fchrte: einige Redner erkl\u00e4rten sich ohne weiteres bereit, der Einladung zu folgen. Besonderes Beachtung wurde der abschlie\u00dfenden Meldung zuteil, eine Scharoun-Siedlung in Insterburg sei in die Denkmalliste eingetragen worden: sei die Stadt etwa auf dem Wege, Moskau beim Denkmalschutz der Moderne zu \u00fcberfl\u00fcgeln?<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zeitens der Berliner Baufachmesse &#8222;Bautec&#8220; fand am 17.02.2010 ein von der Berliner Architektenkammer veranstaltetes Symposium &#8222;Siedlungen der Moderne und ihre Zukunft \u2014\u00a0Kulturerbe in Berlin und Ost-Europa&#8222; statt. 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