{"id":23703,"date":"2014-04-22T03:17:00","date_gmt":"2014-04-22T01:17:00","guid":{"rendered":"http:\/\/new.instergod.ru\/?p=23703"},"modified":"2025-06-18T12:07:05","modified_gmt":"2025-06-18T10:07:05","slug":"sdelaem-vostochnoprusskoe-vozrozhdenie-kaliningradskim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/instergod.ru\/de\/sdelaem-vostochnoprusskoe-vozrozhdenie-kaliningradskim\/","title":{"rendered":"\u00abBringen wir den ostpreu\u00dfischen Wiederaufbau nach Kaliningrad heim!\u00bb"},"content":{"rendered":"\n<p>Archi.ru ver\u00f6ffentlicht ein <a href=\"https:\/\/archi.ru\/russia\/54579\/dmitrii-sukhin\">Grundsatz-Interview<\/a> mit dem insterJAHR-Beauftragten Dimitri Suchin zu den Themen der Bunten Reihe: diese 1920er-H\u00e4user haben die Erhaltung und die Kraft, nicht nur die Stadt Insterburg-Tschernjachowsk umzukrempeln, sondern auch f\u00fcr die gesamte Provinz Kaliningrad ein Quell der Entwicklung zu sein. Vielleicht sogar f\u00fcrs ganze Land. Oder gar zwei davon?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Archi.ru: \u2013 Was ist die Geschichte der Bunten Reihe? Wie kam Hans Scharoun in die ostpreu\u00dfische Provinz?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dimitri Suchin: \u2013 Scharoun war seit April 1917 in Intersburg zu Werke, vertrat den verhinderten Bezirksarchitekten Paul Kruchen, der sich vorrangig seinen Kriegsgefangenen-Baukommandos widmete. Selbst in der ihm unterstellten Bauberatung arbeiteten kriegsgefangene Architekten. Er schulte sie im Bauhandwerk, damit das Erschaffene zum Orte pa\u00dft, aber auch zur modernen Zeit. Dasselbe war auch f\u00fcr die deutschen Architekten n\u00f6tig, die 1915 in die kriegszerst\u00f6rte Provinz st\u00f6mten, um sie wiederaufzubauen. Ihre H\u00e4user mit hohen Satteld\u00e4chern und sparsamen Dekor wurden bald &#8222;Wiederaufbaustil&#8220; genannt, stilistisch irgendwo zwischen verhaltenem Expressionismus und modernisierter Tradition angesiedelt. Solcher Bauten hatte Scharoun bis zum Kriegsende viele, ob als eigener Entwurf oder als Bau\u00fcberwachung, Kostenkontrolle oder Baustellenorganisation f\u00fcr Kollegen. F\u00fcr seine Charlottenburger Hochschule waren sie allerdings nichts, dort bestand man auf dem \u00fcberlieferten festgelegten Studienplan. So kehrte er nach Insterburg heim, zum 1. April 1919 wurde Kruchens Bezirksarchitekten-B\u00fcro zum Privatb\u00fcro Scharouns. Er heiratet und arbeitet an Wettbewerben, von denen er einige auch gewinnt. Aus Berlin erreicht ihn die Einladung von Bruno Taut, den &#8222;Aufruf zum farbigen Bauen&#8220; mit zu unterzeichnen \u2013 er folgt, und nicht alleine: neben Scharouns Namen steht Seite an Seite mit solchen Gr\u00f6\u00dfen wie Walter Gropius, Bruno M\u00f6hring, Hans Poelzig, Paul Schmitthenner, Fritz Schumacher oder Carl Osthaus der Insterburger B\u00fcrgermeister Rosencrantz. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"658\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/new.instergod.ru\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/160186-658x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-23740\" srcset=\"https:\/\/instergod.ru\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/160186-658x1024.jpg 658w, https:\/\/instergod.ru\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/160186-193x300.jpg 193w, https:\/\/instergod.ru\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/160186.jpg 752w\" sizes=\"auto, (max-width: 658px) 100vw, 658px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Kein Wunder, da\u00df nicht jene Hauptst\u00e4dter, sondern diese Provinzler die ersten Erf\u00fcller des Aufrufes waren: sie litten st\u00e4rkste Not, hatten die Soldaten in sinnvolle T\u00e4tigkeiten zu \u00fcberf\u00fchren, den Fl\u00fcchtlingen ein Dach \u00fcber den Kopf zu geben, und besa\u00dfen zugleich die &#8222;harte W\u00e4hrung&#8220; jener Zeit, Milch oder Speck. So kam man zur Bunten Reihe, dem fr\u00fchesten erhaltenen eigenen Werk Scharouns, dem zweiten Bunten Bau \u00fcberhaupt. Das erste bunte Bauwerk ist die Tuschkastensiedlung in Berlin-Gr\u00fcnau, eingetragen in die Welterbeliste von UNESCO. Vom zweiten sagt die Liste nichts.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2013 Wer war der Bauherr und wer die Bewohner?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Es gab 4 Bauabschnitte und 3 Bauherren. Den Anfang machte 1920 die Beamten-Wohnungsbaugesellschaft an der Westseite der noch namenslosen Stra\u00dfe. 1922 fertig, wechselte die Baustelle im Jahr darauf die Stra\u00dfenseite. 1923 folgte die Reichsbahn an der Kamswyker Allee, 1924 stellte sich das Haus der st\u00e4dtischen Kleinsiedlungsgesellschaft in das Kielwasser des Reichsbahn-Hauses. Unmittelbar danach wurde die Gegend eingemeindet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2013 Kann man unter diesen Umst\u00e4nden vom sozialen Wohnungsbau hier sprechen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Der Begriff kam erst 1940, eine gezielte Ansiedlung sozial schwacher Schichten gab es nicht: damals waren alle so! Doch die Bewohner bescheinigten der Stra\u00dfe tats\u00e4chlich eine gewisse soziale Note. Nach damaligen Recht waren es &#8222;Kleinstwohnungen&#8220;: etwa 63 m2 Gesamtfl\u00e4che, 2 Kammern mit Wohnk\u00fcche, Abstellraum, Vorraum und das Bad. Kein Flur, diese galten als verschwenderisch.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2013 Wer zog in die Bunte Reihe ein?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Menschen wie du und ich: Verk\u00e4ufer und Postler, Eisenbahn-Techniker, Zimmerer und Maurer, Kutscher und Kraftfahrer, Schneider und Schuster, Schlosser und Mechaniker, (Elektro-)Monteure, dazu ein Paar Milit\u00e4rs. Die Namenszahl \u00fcbersteigt die Wohnungszahl, es wird untervermietet worden sein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2013 Was sind die architektonischen Besonderheiten, das Einmalige dieser H\u00e4user?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Bereits in diesem Fr\u00fchwerk wandelt Scharoun meisterhaft die Engstellen in Vorz\u00fcge um: die Stadtrandlage, die engen Blickfelder, die Geldknappheit\u2026 In den Vorkriegs-Arbeiten sieht man bei ihm so etwas noch nicht.<br>Die Siedlung besteht aus zwei ungleichen Teilen: der eher gro\u00dfst\u00e4dtischen Bebauung wo die Kamswyker Allee (Gagarinstra\u00dfe) die Tilsiter Eisenbahn kreuzt, die hier im Einschnitt verl\u00e4uft \u2013 und der kleinst\u00e4dtischen Stra\u00dfe Bunte Reihe (Elevatorenstra\u00dfe) mit zwei Stadtvillen und den Reihenh\u00e4usern. Ihr Aussehen ist wohl bedacht: die Fassaden zur Kamswyker Allee sind frei vom Dekor und nur durch Treppenhausnischen unterbrochen, die Stirnseiten gen West und Ost dagegen fast vollst\u00e4ndig in buntgerahmte Loggien aufgel\u00f6st \u2013 man kann nur ahnen, was f\u00fcr ein Licht-und-Schatten-Spiel da sich einem bot. Die Umgangssprache liefert uns ein Hinweis: im Grundri\u00df sind jene Kurzseiten nur geringf\u00fcgig vorgeknickt, die Bewohner aber, Deutsche wie Russen, sprechen vom &#8222;spitzen Bug&#8220;, vom &#8222;Schiff&#8220; usw. Auf den S\u00fcdseiten wechseln sich glatte Wandpartien mit Halbloggien ab, Freisitzen f\u00fcr E\u00dftische mit K\u00fcchen dahinter und einem mindestens 200 m tiefen Panorama der Nutzg\u00e4rten davor. Der zu Ende gegangene Krieg lehrte einen, die Versorgungsfrage nicht zu vernachl\u00e4ssigen; die Architektur leistete das ihrige dazu mit Gartenland frei vor stra\u00dfenseitigem Einblick und vor fremder Baulust.<br>Die Bunte Reihe l\u00e4uft vom Nord nach S\u00fcd, jeder auch noch so kleine Vor- oder R\u00fccksprung spielt also vollplastisch in der Sonne. Die W\u00e4nde, T\u00fcren und Giebeln sind mit vier- und achtstrahligen Sternen \u00fcbers\u00e4t, die Mauern im satten Rot, Blau und Gelb gestrichen, die Fensternischen nochmals abgesetzt. So wirkt selbst ein Typenbau variabel und einmalig.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2013 Blieb denn alles erhalten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Die zweigeschossige Platzumfassung an der Bahnbr\u00fccke fehlt seit dem Krieg und auch das erstere &#8222;Schiffshaus&#8220;. Die Halbschuppen, von denen es hinter den H\u00e4usern je 7 gab, verschwanden nach dem Krieg. Geblieben sind eines der Gro\u00dfstadth\u00e4user, zwei zweigeschossige Stadtvillen und 16 ebenso hohen Reihenh\u00e4user. Geblieben im Originalputz und -Anstrich: eine Seltenheit f\u00fcr Vergleichsbauten in Dessau oder Berlin. Geblieben sind die Trennw\u00e4nde im Pr\u00fc\u00dfverband, die Ziegeldecken und die preu\u00dfischen Kappen, sowie die Holzbalken. Hier ist die Lage weniger erfreulich: verrostete Armierung restauriert sich nicht, man kann sie nur ersetzen. Die D\u00e4cher sind noch mit bauzeitiger Ziegeldeckung, die Reparaturen aus Wellasbest; darunter der Dachstuhl \u2013 alles im redlichen Zustand. Die Treppen mit expressionistischem Gel\u00e4nder sind aus Holz, von denen \u2013 aber nur von denen \u2013 haben wir sogar Entwurfsbl\u00e4tter. F\u00fcr die darauf zu sehende Wandverkleidung oder -Bemalung im Fischgratmuster fand sich in der Natur bisher kein Beleg. Besonders gestaltete R\u00e4ume dagegen Fehlanzeige. Die Fensterrahmen sind bereits in einer Gro\u00dfzahl ausgewechselt worden, die T\u00fcren blieben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2013 Wem geh\u00f6rt die Bunte Reihe?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Seit der Wende sind es alles Eigentumswohnungen. Eine Eigent\u00fcmergenossenschaft ist gegr\u00fcndet und k\u00fcmmert sich um die H\u00e4user \u2013 doch ihre Mittel sind gering.<br><br><strong>\u2013 Wie umf\u00e4nglich sollte restauriert werden? Was mit den Bewohnern geschehen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Gesch\u00fctzt sind nur die Fassaden und die D\u00e4cher, das h\u00e4lt die reine Restaurierung gering. Hier m\u00fc\u00dften die Fensterkreuze wiederhergestellt werden und die Dachgauben, die Putzfehler ausgebessert und angestrichen. F\u00fcr den Rest gelten geringere Auflagen. Man wird die D\u00e4mmung anbringen k\u00f6nnen \u2013 nat\u00fcrlich nur innen \u2013, die Leitungen erneuern usw. Solche Arbeiten k\u00f6nnen nach und nach erfolgen und sich an den Bewohnern ausrichten. Genauso verfuhr man in Berlin mit der Onkel-Tom-Siedlung und dem Falkenberg.<br><br><strong>\u2013 Gibt es schon einen Entwurf und einen Kostenanschlag?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Einen Vorentwurf nur, von den Studenten gemacht. Eine Kalkulation dagegen nicht, und das ist so gewollt, denn geplant war eine mehrstufige Lehrbaustelle. Erst der Aufma\u00df \u2013 den besorgten die Sommerklassen von 2010-2011. Dann der Entwurf, gemeinsam mit den deutschen Fachberatern (Brenne, Wasmuth, Wolff u.a.). Darauf werden die besten L\u00f6sungen kalkuliert und zur Umsetzung den Lehrlingen der Handwerksklassen \u00fcbergeben. Es sind nunmal keine normgerechten H\u00e4user, f\u00fcr manche hier verwendete Konstruktion fehlt es im Russischen gar am Fachbegriff \u2013 und dabei stehen sie und ihre Artgenossen zu Hunderten hier in der Provinz! Warten, bis man so weit ist, sie angehen zu wissen. An unseren Serienh\u00e4usern k\u00f6nnten wir verschiedene Ans\u00e4tze austesten, um so die praktikabelte L\u00f6sung zu ermitteln. Im Idealfall sollte da ein Heranwachsender aus der Bunten Reihe ein Haus seiner Oma in der Bunten Reihe reparieren lernen, um danach sein K\u00f6nnen dem weiteren Kundenkreis anbieten zu k\u00f6nnen. Auf da\u00df wir mitdenkende Ausf\u00fchrer bekommen und die Bauherren sowieso. Heute mangelt es an den einen wie den anderen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2013 Was sollte aus der Bunten Reihe werden \u2013 eine Schausiedlung?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Mit einer Baustelle ist die Siedlung noch keineswegs wiederhergestellt. Die H\u00e4userert\u00fcchtigung, -D\u00e4mmung und -Auffrischung bewahrt uns nicht davon, da\u00df einer sein Haus als ein Verbrauchsgut ansieht und entsprechend handelt: man mu\u00df die Leute an ihre H\u00e4user erst &#8222;heranf\u00fchren&#8220;! Darum die ganzen stufenweise ausgelegten Arbeiten, darum die Vorf\u00fchrung, ob auf der Baustelle oder im Handwerkszentrum, im Baub\u00fcro oder im Nachbarschaftstreff samt musealer Ausstellung. Eine K\u00fcnstler-Residenz ist mit angedacht, die die Vorg\u00e4rten, die Stra\u00dfe und den Frieda-Jung-Park &#8222;bespielt&#8220;. Die Bewohner werden zum Mitmachen ermuntert, werden gebildet und aktiviert, vielleicht sogar \u00fcber die Stadt hinaus. Die Bunte Reihe sollte ein nachhaltiger Entwicklungsmotor werden und dabei eine Wohnstra\u00dfe bleiben. Jegliche Vertreibung ist uns fern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2013 Was ist bereits f\u00fcr die Rettung der Anlage getan worden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Seit M\u00e4rz 2010 sind wir ein vorl\u00e4ufiges Baudenkmal. F\u00fcr eine endg\u00fcltige Klassierung werden vom Kamswyker Kreis gerade die Mittel gesammelt. Bei den Studenten-Praktika sind die Aufma\u00dfe erstellt worden und das urspr\u00fcngliche Aussehen der H\u00e4user ermittelt. Die Forschung geht weiter und auch die Publikationen. EuropaNostra setzte uns auf die Liste der <a href=\"http:\/\/new.instergod.ru\/de\/7-most-endangered\/\">7 meistbedrohten Kulturdenkm\u00e4ler Europas<\/a> \u2013 eine Rote Liste, von der wir vorerst nicht loskommen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"752\" height=\"720\" src=\"http:\/\/new.instergod.ru\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/160184.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-23738\" srcset=\"https:\/\/instergod.ru\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/160184.jpg 752w, https:\/\/instergod.ru\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/160184-300x287.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 752px) 100vw, 752px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>\u2013 Woran hapert es?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Im Juli 2012 war uns der Erfolg zum Greifen nahe. Man sprach bereits in weitesten Kreisen von erfolgreicher &#8222;Insterburger Methode&#8220; der Zusammenarbeit, Mittel aus dem Sonderetat des Gouverneurs standen f\u00fcr die ersten Umsetzungen in Aussicht\u2026 Wir arbeiteten damals ohne Vertrag, und das wurde uns zum Verh\u00e4ngnis. Man empfahl uns eine Planergruppe aus Moskau, die sich &#8222;Progressoren&#8220; nannte, wir luden sie ein \u2013 doch dieser Kartajewa, Saborskij und der Mannschaft lag es mitnichten an der St\u00e4rkung der einzelnen Projekte: statt durch Kraftwerker-Arbeit sollte die Stadt demnach durch Touristen-Feste wachsen. Die angereisten Praktikanten d\u00fcrften nichteinmal die angefangenen Entw\u00fcrfe fertigstellen, als sie angeordnet wurden, Carneval-Kost\u00fcme zu zeichen und Stra\u00dfent\u00e4nze vorzuf\u00fchren. Die bereitstehenden Fachjuroren schickte man in die W\u00fcste, statt der neuer Innenstadtquartiere schlug man Disneyhafte B\u00e4renh\u00f6hlen vor, garniert mit falschen M\u00fchlenr\u00e4dern und Marktst\u00e4nden. Die Bunte Reihe sollte demnach von den Denkmallisten verschwinden: &#8222;sollte sie den Deutschen so wertvoll sein, sollten sie doch selbst sich um die k\u00fcmmern&#8220;. Man feierte bis die Kassen leer waren, der Tourist aber, der kam nicht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2013 Was wird heute am ehesten ben\u00f6tigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u2013 Bereits im Herbst 2013 gr\u00fcndeten einige insterJAHR-Aktive den Kamswyker Kreis als einen eingetragenen Verein und Projekttr\u00e4ger. Die Arbeiten gehen weiter: die Aufma\u00dfe sind da, die Entw\u00fcrfe sind unterwegs, und auch die Anfragen nach weiteren Praktika \u2013 aus Samara, Kasan, zuletzt aus Moskau. Die Denkmalakademie G\u00f6rlitz ist weiterhin bereit, uns in altem Bauhandwerk auszubilden \u2013 die hiesigen Fachschulen, sich aufzuschlie\u00dfen. Die BTU Cottbus will das Ganze wissenschaftlich begleiten, und auch die Firma Keimfarben ist mit ihren Interesse keineswegs allein. Es scheint uns zu gelingen, die Menschen anzuwerben \u2013 auf der Einlage-Seite dagegen hapert es. Keiner will den ersten Schritt wagen, jeder l\u00e4\u00dft dem anderen den Vortritt. Dabei w\u00e4re gerade hier Gleichzeitigkeit und Parit\u00e4t sehr vonn\u00f6ten, auf da\u00df die Ergebnisse gemeinsame, deutsch-russische w\u00e4ren. Die einen stellen die Lehrer, die anderen die Klassen; die einen die Methoden, die anderen die Teststrecken\u2026 Die allervorderste Aufgabe f\u00fcr den Kamswyker Kreis w\u00e4re die L\u00f6sung der Raumfrage. Es stehen derzeit 4 Wohnungen in der Stra\u00dfe zum Verkauf, sowie ein ganzes Haus, f\u00fcr seine 144 m2 werden 40.000 \u20ac ben\u00f6tigt \u2013 wir haben blo\u00df 10.000 \u20ac. H\u00e4tten wir auch den Rest, konnten die Handwerker schon in den n\u00e4chsten Tagen anr\u00fccken, Hand anlegen, besser machen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"752\" height=\"291\" src=\"http:\/\/new.instergod.ru\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/160163.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-23734\" srcset=\"https:\/\/instergod.ru\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/160163.jpg 752w, https:\/\/instergod.ru\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/160163-300x116.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 752px) 100vw, 752px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Archi.ru ver\u00f6ffentlicht ein Grundsatz-Interview mit dem insterJAHR-Beauftragten Dimitri Suchin zu den Themen der Bunten Reihe: diese 1920er-H\u00e4user haben die Erhaltung und die Kraft, nicht nur die Stadt Insterburg-Tschernjachowsk umzukrempeln, sondern auch f\u00fcr die gesamte Provinz Kaliningrad ein Quell der Entwicklung zu sein. 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