{"id":2589,"date":"2011-08-02T16:17:37","date_gmt":"2011-08-02T13:17:37","guid":{"rendered":"http:\/\/de.instergod.ru\/?p=2589"},"modified":"2025-04-20T11:40:07","modified_gmt":"2025-04-20T09:40:07","slug":"kto-lyubit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/instergod.ru\/de\/kto-lyubit\/","title":{"rendered":"\u00abHelfen, wer ihre Stadt mag\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><em>Galina Kaschtanowa-Erofeewa interviewt im Lokalblatt \u00abPol\u00fcs+TV\u00bb die Leiterin des Praxisseminars der St.Peteresburger Architektur- und Bauuniversit\u00e4t Janina Albertowna Stepulenok:<\/em><\/p>\n<p>Die St.-Petersburger staatliche Architektur- und Bauuniversit\u00e4t ist die \u00e4lteste technische Lehreinrichtung Ru\u00dflands in diesen F\u00e4chern. Gegr\u00fcndet 1832, ist sie aufs Engste mit der Geschichte des Baues und des St\u00e4dtebaues des Landes verkn\u00fcpft. In den letzten Jahren kooperiert die Universit\u00e4t mit den Bildungseinrichtungen der EU; in unserer Stadt leisteten die Studenten der ber\u00fchmten Hochschule ihr Zweiwochen-Praktikum im Rahmen des \u00abinsterJAHRes-2010: Kulturerbe Insterburgs als Quelle der Stadtentwicklung Tschernjachowsks\u00bb. Hier berichtet die Leiterin des Praktikums, Oberlehrbeauftragte des Lehrstuhls f\u00fcr Renovierung und Restaurierung des Architekturerbes.<!--more--><br \/>\n&#8212; Wie kam in diesem Jahr eine Gruppe eurer Studenten zum Praktikum nach Insterburg?<\/p>\n<p>&#8212; An unserem Lehrstuhl sind erfahrene Lehrkr\u00e4fte im Einsatz, f\u00fcr restauratorische Praktika entstenden wir Studenten nicht nur nach Ru\u00dfland, sondern auch ins Ausland. So waren sie jungst gerade in Italien oder beispielsweise in Montenegro.<br \/>\nIn diesem Jahr stie\u00df eine Studentin auf die \u00abinsterJAHR\u00bb-Seite, wir fanden Interesse am Projekt und beschlossen, eine Teilnahme w\u00e4re sowohl f\u00fcr die unseren kommenden Architekten und Restaurateure vom Nutzen &#8212; als auch f\u00fcr die Stadt, derer Architekturdenkm\u00e4ler einer Restaurierung bed\u00fcrfen. Richtiggehend Flamme fa\u00dften wir von dieser Idee, und das umso mehr, als niemand von uns davor je in Nordostpreu\u00dfen war: wie sahen die Gelegenheit, diese Wissensl\u00fccke zu schlie\u00dfen. Gelesen habe ich von der Provinz wohl &#8212; doch ist das Buchwissen eines und die leibhaftige Begegnung mit den H\u00e4usern und Burgen, sowie den Leuten, die dieses wertvolle Geschichtserbe erhalten und wiederherstellen wollen etwas ganz anderes, lebendiges und spannendes.<\/p>\n<p>&#8212; Wie waren ihre ersten Eindr\u00fccke?<\/p>\n<p>&#8212; Zu Petersburg kenne ich Leute, die eigene Museen und Galerien er\u00f6ffnen &#8212; da war es wohltuend zu lernen, da\u00df es auch hier solche Begeisterte gebe. Das Handwerksmuseum, die Ausstellungshalle der Maria-Tenischewa-Kunstschule und das Geschichtsmuseum W.Janowskis beeindruckten uns sehr; von ersten Tag an waren wir in die Magnetfeld der Burg Insterburg geraten &#8212; unz\u00e4hlige Ideen vom Rang werden dort geboren. Die dortige Galerie von der Kunstmalerin Sokolowskaja verdiene eine besondere Beachtung; wir w\u00e4ren froh, wenn auch unserer Studenten Werke in diesen Mauern ausgestellt werden. Der Wunsch, an der Gestaltung der Burg und ihres Museums kam sogleich auf.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/instergod.ru\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/IMG_8748w.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-7420\" title=\"IMG_8748w\" src=\"https:\/\/instergod.ru\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/IMG_8748w-450x252.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"252\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wir besuchten die Kursche Nehrung und Cranz &#8212; wie sonderbar ihr Land doch ist! Inmitten dieser alten Burgen und zahlloser Fl\u00fcsser mit ihren malerischen T\u00e4lern f\u00fchl es sich ganz eigen. Doch leider sind die Fl\u00fcsse sehr verschmutzt: selbst bei sengendster Hitze wage man kaum, zu Insterburg in die Angerapp zu treten, und dabei gab es doch den Augenzeugen zur Folge einst einen Badestrand gleich am Hauptplatz, an der Bogenbr\u00fccke. Mehr als eine Generation der Insterburger lehrnte dort schwimmen. Kl\u00e4rwerke sind klar vonn\u00f6ten: wie kann man nur alles Unn\u00fctze in die Fl\u00fcsse leiten?..<br \/>\nDoch was f\u00fcr uns von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung war, ist der Geb\u00e4udebestand der Stadt: vom Historismus bis Jugendstil, Klassizismus und die Mischstile, auch der Rundbogenstil. Hier gebe es was zu tun.<\/p>\n<p>&#8212; Welche Arbeiten f\u00fchrten ihre Z\u00f6glinge beim Praktikum aus?<\/p>\n<p>&#8212; Unsere Aufgabe war es, Fassadenakten zu erstellen, um ihre darauffolgende Restaurierung zu erm\u00f6glichen. Die uns angetrauten Altbauten waren die Leninstra\u00dfe \u211625, 28, 29, 35<em>(Hindenburgstr.)<\/em> und die Schelesnodoroschnaja Str. \u211611, 13 <em>(Ludendorffstr.)<\/em>: sie wurden von Studenten verma\u00dft, alles Dekor aufgenommen, alles Putzschmuck, alle Konsolen, alte Fenster und T\u00fcren, Erker, Pilaster, S\u00e4ulen und Frontone. Hier kooperierten wir mit den Diplomstudenten der Kasaner Architektur- und Bauuniversit\u00e4t, die auch Aufma\u00dfarbeiten verrichteten, sowohl vom Geb\u00e4ude\u00e4u\u00dferen wie dem Geb\u00e4udeinneren. Anhand der Me\u00dfdaten werden die Praktikumsstudenten pr\u00e4zise verma\u00dfte technische Zeichnungen erstellen.<br \/>\nDie Studenten des 5. und 7. Fachsemesters legten ihr ganzes Arbeitseifer zutage. Viele der 5.-Semestler waren im Vorjahr mit Auszeichnung am Wladimir-Nabokow-Haus zu Petersburg im Praktikumseinsatz. Maria Lewtschenko und Anton Nikolajenkow verdienten eine Dankesurkunde vom Direktor f\u00fcr die vielen Arbeiten, die sie verrichtet: sie ma\u00dfen die Interieurs auf, so die Halle mit dem alten holzget\u00e4felten Kamin, das Zimmer der Dame und des Herren, der Mutter und des Vaters des gro\u00dfen Schriftstellers; machten Vorentw\u00fcrfe und die Bilddokumentation, weit l\u00e4nger als ein Pflichtpraktikum es verlange, beinahe den ganzen Sommer lang. Der \u00abPlansoll\u00bb war mehr als \u00fcbererf\u00fcllt &#8212; so konnten wir die Mannschaft dort in diesem Jahr entsprechend reduzieren, dort reicht ein Paar 9.-Semestler. Die Restaurierung dort fange \u00fcbrigens bereits an.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/instergod.ru\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/IMG_8645w.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-7419\" title=\"IMG_8645w\" src=\"https:\/\/instergod.ru\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/IMG_8645w-450x315.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"315\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dasselbe Eifer zeigten unsere Studenten auch zu Insterburg. Von den 7.-Semestlern stachen besonders Olga Grabowa, Irina Schatochina, Julia Baranowa und Alexandra Rykowa hervor, von denen die letztere ausgezeichnet male. Sie sahen meine jungeren Kollegen beim Stadtfest mit Bleistift und Zeichenblock auf den Stra\u00dfen &#8212; selbst an den Wochenenden zogen sie vor, statt sich auszuruhen, H\u00e4userskizzen zu machen.<\/p>\n<p>&#8212; Wie soll das Erarbeitete im Folgenden genutzt werden?<\/p>\n<p>&#8212; Ihre Arbeiten waren vorbereitender Art, nun kann auf dieser Grundlage die Ausarbeitung erfolgen, bis in den Entwurf und die Ausf\u00fchrungsplanung hinein. Die Vergabe werde folgen. Wiederherstellung der einstigen architektonischen Gestalt der H\u00e4user kann durchaus mit der Komfortsteigerung im Inneren einhergehen. Die pr\u00e4chtigen \u00d6fen und Kamine brauchen dabei nicht zu leiden, heutigentags ist reichlich elektrisches Innenleben f\u00fcr sie auf dem Markt.<\/p>\n<p>&#8212; Dies war das erste Praktikum der Petersburger zu Insterburg. Gibt es eine Fortsetzung?<\/p>\n<p>&#8212; Es tat uns leid, nur so kurze Frist hier gewesen zu sein, so tolle Leute trafen wir hier, Lokalpatrioten, die ihre Stadt sch\u00f6ner und besser machen wollen: wir wollten mitmischen und nach Kr\u00e4ften helfen. Eine Voraussage wage ich nicht, doch es w\u00e4re sicherlich wert, mehr als blo\u00df ein Mal wieder zu kommen, zu arbeiten, den Proze\u00df zu begleiten und auch die anderen St\u00e4dte Nordostpreu\u00dfens kennenzulernen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Anzumerken w\u00e4re, da\u00df die petersburger Studenten am &#8222;insterJAHR-2011&#8220; teilnahmen, denn das 2010-er Programm ging mit der Burgkonferenz im Oktober 2010 zu Ende.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Galina Kaschtanowa-Erofeewa interviewt im Lokalblatt \u00abPol\u00fcs+TV\u00bb die Leiterin des Praxisseminars der St.Peteresburger Architektur- und Bauuniversit\u00e4t Janina Albertowna Stepulenok: Die St.-Petersburger staatliche Architektur- und Bauuniversit\u00e4t ist die \u00e4lteste technische Lehreinrichtung Ru\u00dflands in diesen F\u00e4chern. Gegr\u00fcndet 1832, ist sie aufs Engste mit der Geschichte des Baues und des St\u00e4dtebaues des Landes verkn\u00fcpft. 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