{"id":695,"date":"2010-05-31T06:44:38","date_gmt":"2010-05-31T04:44:38","guid":{"rendered":"http:\/\/de.instergod.ru\/?p=695"},"modified":"2025-03-25T13:32:36","modified_gmt":"2025-03-25T11:32:36","slug":"poisk-vedyot-poisk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/instergod.ru\/de\/poisk-vedyot-poisk\/","title":{"rendered":"\u00abPoisk\u00bb mache sich auf die Suche"},"content":{"rendered":"<p><em>In der neugeschaffenen Spalte &#8222;insterJAHR-2010&#8220; berichtet die Insterburger Zeitung &#8222;Pol\u00fcs+TV&#8220; \u00a0von den heimatk\u00fcndlichen Arbeit der Sch\u00fcler. Im Nachstehenden ein erstes Ergebnisbericht von der Schule \u21161: sie haben ihre Nachbarschaft berfragt.<\/em><\/p>\n<p>Die einzigartigen H\u00e4user  der Bunten Reihe haben die Zeit nahezu unver\u00e4ndert \u00fcberdauert, allerdings zu einem Preis: seit 1945  gab es in ihnen keine Reparatur. Noch heute tragen sie die Kriegsblessuren, was die  Bewohner verst\u00e4ndlicherweise \u00e4rgere. Auf der anderen  Seite freuen sich die Historiker und  Architekturliebhaber far\u00fcber, denn hier gebe es eine F\u00fclle an urspr\u00fcnglichem Details, selbst die Eingangst\u00fcren sind teilweise noch alt, und am Putz sieht man hier und da Spuren der  urspr\u00fcnglichen Bemalung. Es ist durch sie, da\u00df die Siedlung ihren Namen &#8222;Bunte Reihe&#8220; erhielt.<!--more--><\/p>\n<p>Es schreibt eine  Sch\u00fclerin der Klasse 6 Ilona Schestakowa: <em>&#8222;Meine Gro\u00dfmutter  kam  1948 nach Tschernjachowsk, in der Bunten Reihe lebt sie seit 1961.Im  Hause 19 lebte sie noch mit den Deutschen Bewohnern zusammen. Nach ihrem Weggang blieb die ganze Einrichtung: die M\u00f6bel, das Geschirr, einem gro\u00dfen Polstersessel haben sie gelassen. Alle M\u00f6bel  waren aus Massivholz. In der Wohnung steht  noch ein sch\u00f6ner Kachelofen mit  deutschen Kacheln. Einst gab es auf  dieser Stra\u00dfe L\u00e4den und Kioske, im Sommer wurden Zelte aufgestellt f\u00fcr den Eisverkauf.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Die Sch\u00fcler  der 7. Klasse Julia Timoshina, Katia  und Christina   Nowikowa und Christina Kollodij f\u00fchrten in 10 Wohnungen eine Umfrage durch: &#8222;<em>Viele  Bewohner leben  in ihren elterlichen Wohnungen, dort also, wohin ihre Eltern nach dem Krieg  eingewiesen wurden. Diese, so sagt man, haben nach dem Krieg in Brunnen verstecktes Geschirr und dergleichen finden k\u00f6nnen. Fr\u00fcher gab es in der  Stra\u00dfe einen Gemeinschaftsgeist, man ging zusammen daran, z.B. die Keller zu reinigen,  oder die B\u00fcsche zu beschneiden. Jetzt gebe es dies nicht, die Hauseing\u00e4ngen sind schmutzig,  alles verwahrlost, die Leitungen rosten&#8230; Einst gab es hier eine andere Hausnummerierung, die \u00e4nderte sich, vielleicht im Zusammenhang mit der Volksz\u00e4hlung. Mit den ehemaligen deutschen Bewohnern hatte keiner Kontakt&#8230; In den Reihenh\u00e4usern beklage man sich dar\u00fcber, da\u00df die H\u00e4user sehr leichth\u00f6rig sind und da\u00df die Rohre nicht mehr halten, doch ans Wegziehen denke keiner, in den H\u00e4usern hat man sich eingelebt und sch\u00e4tzt die G\u00e4rten sehr. Alle befragten begr\u00fc\u00dfen die  Initiative, das  architektonische Ensemble der &#8222;Bunten Reihe&#8220; wiederherzustellen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Ruslan Schalaew und Eugenia Jakowenko tragen ein:  <em>&#8222;Wir haben seit 1947 hier und waren fr\u00fcher an den Elevatoren t\u00e4tig. Beim Einzug in unsere Wohnung fanden wir deutsche Betten und ein K\u00fcchenschrank vor, sch\u00f6ne M\u00f6bel, die aber nicht mehr da sind. Im G\u00e4rten beim aufhacken gab es fr\u00fcher immer wieder deutschen M\u00fcnzen, Zeichen oder auch Patronenh\u00fclsen. Das Haus ist des Winters kalt, die Rohre sind dahin und auch die Nachbarn h\u00f6rt man zu gut. J\u00fcngst fand eine Nachbarin bei sich ein deutsches Notitbuchlein gefunden, beh\u00e4lt es aber f\u00fcr sich. Die H\u00e4user verfallen, doch an die Reparatur hat noch keiner gedacht.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Als Fazit ihrer Befragung ziehen die Achtkl\u00e4ssler Arthur Pozharitskij und Eugenia Kulikowa: <em>&#8222;Die  Bewohner erinnern sich, da\u00df Treppen und Wohnungen blau und  gr\u00fcn gestrichen waren. Im Jahre 1961 gab es in der Stra\u00dfe noch einen Backwarenladen. Unter der  Tapete fand man h\u00e4ufig deutsche Zeitungen. Die H\u00e4user verfallen, der Putz br\u00f6ckele ab&#8230;&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Es bleibt zu hoffen, da\u00df diese  Arbeit der Sch\u00fcler vom Gymnasium \u21161, die in der heimatjundlichen Gruppe &#8222;Poisk&#8220; (&#8222;Suche&#8220;) t\u00e4tig sind, einen Signal gebe, das architektonische  Erbe Hans Scharouns wiederherzustellen.<\/p>\n<p><em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em>N.N. Komowa, Leiterin der &#8222;Poink&#8220;-Gruppe der Schule \u21161.<br \/>\nDmitri Iljin, Mitglied des &#8222;Poisks&#8220;, Sch\u00fcler der Klasse 8.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der neugeschaffenen Spalte &#8222;insterJAHR-2010&#8220; berichtet die Insterburger Zeitung &#8222;Pol\u00fcs+TV&#8220; \u00a0von den heimatk\u00fcndlichen Arbeit der Sch\u00fcler. Im Nachstehenden ein erstes Ergebnisbericht von der Schule \u21161: sie haben ihre Nachbarschaft berfragt. Die einzigartigen H\u00e4user der Bunten Reihe haben die Zeit nahezu unver\u00e4ndert \u00fcberdauert, allerdings zu einem Preis: seit 1945 gab es in ihnen keine Reparatur. 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