Das Märchenburg-Festival fand zum zweiten Mal im Schloß Insterburg statt, schreibt Wlada — die Burgfee. Wir wollten einen magischen Raum aufzeigen, einen Platz zum Träumen bieten.
Am Mittag ging es los mit der „Stadt der Fantasie“. Die Truppe von „Weiterer Möglichkeit“ bereitete den Kindern ein fröhliches Treffen mit lustigen bunt-tobenden Plüschcharakteren. Gemeinsam haben wir gespielt und Manieren gelernt, haben unserer Stadt Regeln und Bewohner erfunden.
Darnach gab einen „Caramelle-Ball“. Musiker kamen aus Königsberg angefahren, unsere Freunde aus der Ritterbruderschaft Königsberg stimmten auf Dudelsäcken, Trommeln und Flöte ein.
Von der Karamellnball-Königing gab es Bonbons, getanzt wurde es, neue Schritte und Gesten für die Gesellschaft bei den Schloüfeste erlernt. All die kleinen Prinzen und Prinzessinnen stellten sich vor, verneigten sich vor der Königin und wurden vom Publikum mit Applaus begrüßt: jeder wollte mit an der Feier teilnehmen! Als Gastdarbietung gab es eine Vorstellung junger Schauspielerinnen aus dem Proxima-Studio, einen orientalischen Tanz führte uns die kleine Maria vor… Gäste aus Moskau, St. Petersburg, Königsberg und vielen anderen Städten begaben sich an diesem Tag ins Schloß Insterburg.
Die Gäste luden wir zu einer Milchrunde: Eis und Limonade waren an einem heißen Tag sehr willkommen. Alsdann brachen wir zu einer Runde durch das Schloß auf, gingen aufs jede seiner fabelhaften Details ein: Fenster und Türen, Wände und Turmplatz, das Gewölbe erst… Wie Bauen man im Mittelalter Burgen, frugen sich die künftigen Fachleute unter uns.
Hier kamen uns echte Magier zu Hilfe: feierlich wurde die Architekturschule eingeweiht.
Zur Erläuterung: Die Burg Insterburg ist ein Standort des große „insterJAHR“-Projektes. Sein Ziel: die Schaffung einer neuen preußischen Architektur-Schule. Heute arbeiten die Architektur-Studenten aus Kasan vor Ort. Sie waren gerne bereit, bei der Märchenburg mit zu machen.
Aus Pappe bauten wir einen großen Märchenschloß auf. In festlicher Atmosphäre lernten die jungen Bauleute ihre Mentoren kennen und schritten zur Arbeit. Eltern und Großeltern konnten auch nicht bloß zuschauen, jeder machte mit: ich selbst konnte der Versuchung nicht widerstehen und malte eine Blume an der neuen Burgmauer oder besser einem Schloßdetail. Das Ganze wurde recht geheimnisvoll und konzeptionell, doch die Baukundigen selbst wüßten genau, wo Eingang, Turm, Fenster und Tür ihres Schlosses seien. Die meiste Freude bereitete die Ausschmückung und Ausmalung der fertig gebauten Burg. In einer vergnüglichen Atmosphäre zogen wir Bilanz: die 7 beste Architekten erhielten Urkunden und wertvolle ostpreußische Geschenke, mit Süßem und Limo stieß man auf den Internationalen Tag des Architekten auf.
Tagsüber stand zur Abkühlung unser Kinoraum offen, wo das Märchen vom „Howl’s Moving Castle“ lief.
Am Abend gab es eine Schau der Yoga-Grundschule „Thais“. Schon bei der Museumsnach fielen uns die biegsamen Schönen auf, und die Zuneigung war wohl eine auf Gegenseitigkeit: so kam es zu einem neuen Treffen. Während des „Faszetten des Jahrtausends“-Festivals wird es eine Meisterklasse und einen neuen Auftritt der Gruppe geben.
Das abendliche Schloß eröffnete dem Draufgänger sein Geheimes: zwei unerschrockene Mannschaften erkundeten auch noch die den tiefsten Ecken der Festung bei der „Schatzsuche“, die schon zu den Traditionen des Festivals zählt. Schließlich ist es interessant, nach dem vielem Zuschauen, auch mal aktiv am Abenteuer mit dabei zu sein! Die Burgmannschaft scheute keine Mühe, um Rätselfragen und Hindernisse zu erfinden. Die Spielteilnehmer begegneten einer Mönchsgestalt im dunklen Verlies, ihnen stellten sich Schloßzauberer und Hexen in den Weg, gingen durchs Feuer und wuschen mit allen Wassern. Die Tapfersten machten durch, das heißt, sie kamen bis zum Schloßkamin, und dort, am währenden Feuer, wartete eine Belohnung auf sie: Einladungen zum Ritterfest-2010, Tee und Kekse.
In der Dämmerung begann das Feuerspiel. Die Burgler und ihre Gäste tanzten mit Feuer, beseelt von den Melodien der Legenden und Märchen der Nacht. Ich, die auf der Bank sitzend dem Schauspiel beiwohnte, kam mir vor wie ein altes Müјtterlein, das ihre Kinder sich austoben sieht — die Kinder aber strahlten und brachten eigenhändig wahre Kunststücke auf: glücklich, wer so etwas sehen konnte! Die schönen Erinnerungen an diesen Tag werden sie wohl lange begleiten.
Der erste Tag wich dem zweiten, und auch dieser war des Wunders voll…











