Auf der Burg Insterburg eröffnet bald das „Insterfest“ des Jahres 2010, ein III. Internationales Festival der modernen Kunst, in diesem Jahr unter dem Konzeptthema „AtmosphärA“. Sein Kurator Dmitry Koslow, ein Kunstwissenschaftler aus St.Petersburg erzählte in einem Interview der Korrespondentin der Stadtzeitung „Polus+TV“ Galina Kaschtanowa-Erofeewa davon, was für die erwarteten Zuschauer vom 23. bis zum 25. Juli vorbereitet sei.
— Verständnisfrage voran: Wie lange gebe es das Festival moderner Kunst auf der Burg Insterburg, warum ist ausgerechnet Insterburg zu seinem Stadtort auserkoren worden?
— Das erste Fest gab es 2007 auf der Burg, das zweite 2008, und in wenigen Tagen erleben die Stadtbewohner und ihre Gäste die dritte Wiederkehr des Festes. Doch warum ausgerechnet Insterburg und seine Burg?— das Prinzip eines Festivals sieht die Zusammenkunft von Teilnehmern aus verschiedenen Regionen und Ländern bei einer Art Kunst-Residenz: jede Stadt könnte es werden. Weit im Voraus werden wir nicht schauen, doch momentan sieht es so aus, daß das Festival gerne hier „einlaufe“: des interessanten Umfelds wegen, der interessanten Landschaften wegen, des interessanten Geschichtserbes schlechthin. In einer Metropole ist alles wie festgelaufen, Galerien zeigen statische Ausstellungen — und hier, in einer kleinen und wenig bekannten Stadt, werden die Ausdrucksformen der Künstler stärker, Unerwartetes komme zum Zuge und zeige neue Seiten.
— Was mache das dritte Festival anders als die anderen?
— Ein erweitertes Programm und ein größerer Teilnehmerkreis: neben unseren alten Bekannten, die ihre Künste hier schon darboten (etwa die „Kinder Iofans“, eine Gruppe junger Architekten aus Moskau), kommen neue aus einer ganzen Reihe von größeren Städten, bringen frische Gesichter und neue Sparten. Den Malern, Fotografen, Tänzern, Sängern und Architekten wird man über die Schulter schauen. Außerhalb des Programms treten mit einer eigenen Präsentation die Gäste aus Kolomenskoje auf: Alexander und Tatjana Zhihareva treten in einer einzigen Vorführung in Nordostpreußen mit einem Klöppelspiel auf. Die alten Töne werden auch einen reinigenden Effekt nicht verfehlen, die Burgaura mit Klang heilen — zu viel unreines ereignete sich seit der Gründung!
— Wen wollen sie mit Ihrem Tun ansprechen?
— Jugend, aber nicht nur die: auch ältere und Kinder finden das ihrige hier. Die Arbeit an den Kunstwerken wird in der Residenz offen sein, Schaffen wird von Aufrtitten, Vorträgen und Gesprächen begleitet — mit Künstlern, Kritikern und Historikern. Man wird sich austauschen, wird fühlen, daß man auch selber imstande sei!.. — hier hat man die Chance, sich neben einem Meister zu versuchen, auf seine Hilfe zurückzugreifen. Ich hoffe, uns begegnet eine offene, unvoreingenommene Haltung der künftigen Zuschauer zu den Werken, die bald vorgestellt werden.
— Eine weitere Frage: Wie sehen Sie unsere Stadt in der Zukunft?
— Ich sehe eine Festspielstadt Nordostpreußens. Hier gebe es Aktive — und weitere kommen aus fern her —, Aufgeschlossene, die an der Arbeit am kreativen Potential des Gebiets teilnehmen wollen und bereits teilnehmen. Und jene Potentiale sind gewaltig, muß ich sagen.
