In der Königsberg-Ausgabe der „Argumente und Fakten“ die Jubiläumsschau des Architektenbundes beschreibend, widmet Eugenia Bondarenko ihr Augenmerk insbesondere jenen «ungeborenen» Entwürfen, die es durchaus noch vermögen, Realität zu werden. Derer gebe es auf der Galerie einen ganzen Saal — studentische Diplome und Semesterarbeiten.

„Häuser unter Schutz
Auch Zukunftsprojekte zeigt die Schau. So z.B. den Plan, die Häuser der Elevatorenstraße in Tschernjachowsk zu restaurieren, die sogenannte Bunte Reihe. Es sind die einzigen Bauten in Rußland, die der deutsche Baumeister Hans Scharoun hinterließ, der Erbauer der Berliner Philharmonie. Jene Bunte Reihe von 1921 sind Wohnhäuser für Eisenbahner und Polsbeamte. In den letzten 65 Jahren kam denen keine Pflege zuteil — ein Glücksfall, denn sowohl Putz, and auch Dächer sind allesamt noch original. Die Bewohner sind gerade dabei, eine Eigentümergemeinschaft der Bunten Reihe zu gründen und ihre Häuser behutsam zu erneuern. Seit dem 13. Februar sind die Bauten der Elevatorenstraße unter vorläufigen Denkmalschutz gestellt.“
Eine gute Meldung, doch nicht ohne Tadel: den Denkmalstatus bekamen die Häuser genau einen Monat eher, im Januar.
Der ausgestellte Erneuerungsplan für Scharoun-Häuser stamme aus der Hand der Kasaner Architekturstudenten, die zu Insterburg ihr Sommerpraktikum durchliefen. Leider sind deren Namen und die ganze Vorgeschichte — 15 Blatt! — vom Ausstellungskomitee kassiert worden.
Nur ein einziges Blatt wurde ausgehängt, und auch dieses nicht in Gänze.
Die nichtausgebaute Königsberger Ausstellung des „insterJAHRes“ ist nunmehr ausschließlich auf den Wänden des unteren Saales der Insterburg zu besichtigen.