Städte klein

«Porjadok slow» oder «Die Wortfolge», ein kettenfreier Buchladen zu St.Petersburg, wird am Abend des 16. April die Bühne einer neuen Präsentation der Zeitschrift «Project Baltia».

Der Hauptredakteur, Kunstwissenschaftler und Architekturkritiker Wladimir Frolow berichtet dann vom Aufbau und Mission des Blattes, den Gedanken, ausgerechnet ein strikt regionalbezogenes Architekturmedium herauszubringen und dem Grund, weswegen die Kleinstädte und ihr Schicksal in der postidustriellen Welt zum Titelthema warden. Die Frage wird weltweit angegangen, doch Rußlands Kleinstädte nach dem Niedergang vieler Betriebe sei sie von besonderem Belang.
Mustergültig sei das Schicksal Wyschnij Wolotschoks einst fabrikenstolz, neuerdings bloß eine malerische Ruine. Diese namhafte Stadt auf dem halben Wege zwischen Moskau und St.Petersburg wurde zum Thema des russischen Beitrages auf der Venedig-Architekturbiennale 2010.

Die drei Kuratoren Sergej Tchoban, Grigorij Rewsin und Paul Choroschilow luden fünf große Landesbüros ein, sich Gedanken zu den Wegen der Umwandlung Wyschnij Wolotschoks zu machen. An diesem Abend wird der Architekt Georg Sneschkin, Mitarbeiter des Büros «Studio 44» von Nikita Jawejn besonders auf das «Tabolka»-Werk eingehen, dessen Rekonstruktion von den europaischen Kritikern hoch gelobt.

Eine andere Sorte Stadt stellt Insterburg dar; ihre interessanten Denkmäler und die reiche Geschichte locken Künstler und Architekten in die Stadt, wo der Kunstwissenschaftler Dimitri Koslow die «Insterfeste» erfand und leidet. Von dieser seiner Tätigkeit in Nordostpreußen wird am Abend die Rede sein.

Vorangegangen waren die Präsentationen der Zeitschrift im St.Petersburger Architektenhaus und in der Königsberger Kunstgalerie.

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