Auf der Sitzung der Sektion für den 20. Jahrhundert des allrussischen Rates für Wissenschaft und Methodik beim Kulturministeriums der Russischen Föderation zu Moskau fand am 28. November 2016 eine Diskussion ob der Wertigkeit des Schutzobjektes „Wohnsiedlung „Bunte Reihe“ (Kamswykus)“, 1921–1924, Provinz Kaliningrad, Stadt Tschernjachowsk, Gagarin-Straße 40, Elewatornaja-Straße 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17-1, 17-2, 18. Das Denkmalschutzgutachten hierob wurde in diesem Jahr vom Departement für Kulturerbeschutz dahingehend geprüft, ob die Voraussetzungen zur Eintragung in das Bundesdenkmalregister vorliegen.
Kandidat der Kunstgeschichte Nikolaj Wasiljew, persönlich mit der Örtlichkeit vertraut, berichtete.
Nach der Diskussion bekräftigten die anwesenden Mitglieder der Sektion für den 20. Jahrhundert des allrussischen Rates für Wissenschaft und Methodik ihre vollste Zustimmung zur Werteinschätzung und Bedeutung des Kulturerbestückes „Ensemble der Wohnsiedlung „Bunte Reihe“ (Kamswykus)“, 1921–1924. Diese sind mehr als ausreichend, um einen höheren Denkmalrang zu erlangen, bis hin zu einem Bundesdenkmal. Sie besteht unter anderem aus Folgendem:
- Es ist das erste eigenständige, mit eigenem Namen gezeichnete Werk von Hans Scharoun, einem der größten europäischen Architekten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts;
- Es ist der einzige Bau von Hans Scharoun aus der Zeit der „Gläsernen Kette“, zu der viele Vertreter der Architektur des Expressionismus angehörten.;
- Es ist der einzige Bau von Hans Scharoun auf russischem Gebiet;
- Es ist weltweit der zweite Bau des „Bunten Bauens“, einer Bewegung für mehr Farbe in der Architektur, uns ein gemeinsames Erbe Rußlands und Deutschlands;
- Die Siedlung ist ein wichtiges Geschichtszeugnis von den Beziehungen zwischen Rußland und Deutschland. Sie ist eines der besterhaltenen Denkmäler der sogenannten Ostpreußischen Wiederaufbaus nach dem Ersten Weltkrieg, an dem auch russische Kriegsgefangene teilnahmen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam sie bekanntlich zusammen mit einem Teil Ostpreußens zur UdSSR. Rußland trägt daher die Verpflichtung, das deutsche Erbe zu bewahren, was für die Entwicklung gutnachbarschaftlicher Beziehungen zwischen unseren Ländern äußerst wichtig ist.
- Außerdem weist die Wohnsiedlung „Bunte Reihe“ einen recht hohen Erhaltungsgrad aus, nicht nur in der Gesamtlösung, sondern auch in den Architekturdetails und dem Anstrich, was für das Erbe der frühen 1920er Jahre eher selten ist.
Die Mitglieder der Sektion für den 20. Jahrhundert des allrussischen Rats für die Wissenschaft und Methodik beim Kulturministerium stimmen dem Denkmalschutzgutachten zu und unterstützen die Entscheidung, dem Kulturerbe-Objekt „Ensemble der Wohnsiedlung „Bunte Reihe“ (Kamswykus), 1921–1924“ den höchsten Schutzstatus eines Bundesdenkmals zu verleihen.
Sektionsleiter A.P. Kudrjawtzew
Wissenschaftliche Sekretärin N.M. Almasowa