"Die Stadt bist du"

Ekaterina Grodnitzkaja schreibt im Lokalblatt „Polüs+TV“:

Vom 9. bis zum 18. August wird unsere Stadt und die Burg Insterburg bei der Unsterstützung der Kreisverwaltung eine Reihe von Vorträgen und Meisterklassen ein Zuhause sein, die jedem, dem es daran gelegen sei, die Stadt zu begreifen, in der er lebe, die helfende Hand ausstrecken. Das Verhältnis zur Stadt auszuarbeiten, Begreifen, wie man in der Stadt glücklicher und erfolgreicher werde, und ob und wie man auf die Prozesse Einfluß nehme — dies alles sind die Themen der Versammlung.
Näheres zum Projekt erfuhren wir unmittelbar von einem der Initiatoren Herrn Georg Saborskij, einem Architekten und Stadtentwickler aus Minsk.

Jeden besuchte mindestens einmal der Gedanke vom Schlage «Wie schade daß wir es nicht…», «Hätten wir bloß…», «Es müßte doch einmal Einer auf den Gedanken kommen…» — einmal gekommen, im Nu war der Gedanke wirder entschwunden. Doch es wäre ja wirklich schön, ihm wenigstens den nächsten Schritt zu gönnen, ihn zu erörtern, oder vielleicht auch den überübernächsten — die Umsetzung, wenigstens versuchshalber. Unrealistisch, werden sie sagen, und hätten damit recht — zumindest bis zum 9. August. Dann geht ein strategisches Praxisforum der Regionalentwicklung vom Start, zu dem alle Interessierte geladen sind, ob groß oder klein. Die Grundanforderung an die Teilnehmer sei, Iniziative und den Wunsch, die eigene Stadt zu bessern zu zeigen. Zu diesen Themen werden die Vorträge abgehalten, Präsentationen geführt und Arbeitsgruppen gebildet; die Leitung obliegt der international agierenden «Progressor»-Gruppe, der «ArchDepot»-Schule (Minsk), dem Zentrum für angewandte Kulturwissenschaften (Insterburg), der Burgstiftung Insterburg. Unter den Teilnehmern beiderseits der Vortragskanzel sind Geschäftsberater und Wirtschaftler, Entwerfer und Kulturwissenschaftler, Forscher und Architekten — jene, die es bereits können, ihre Städte zu verwandeln und nun die anderen Städte zum besseren wenden.

Zwei Abläufe werden parallel gestartet: einerseits werden die Leute bedacht, deren bereits bestehende Projektideen auf irgendeine Weise das Stadtgebiet ändern und bessern sollten — andererseits die noch nicht ausgebrüteten Ideen zum Werden gebracht. Beim Letzteren ist die Teilnahme für alle offen.
Es gehe ums Begreifen dessen, was man eigenhändig in der eigenen Stadt zu verändern vermöge; darum, wie man die Stadt derart verwandele, daß sie einem Freude bereite; wie man der Stadt zufüge, was einem fehle statt zu warten, daß es ein anderer tue — dies werden die Meister ihres Faches aus verschiedenen Städten jenen bereiten, die den Praxisforum besuchen.
Mit welchen Erwartungen treten die Lehrkräfte ans Projekt? Die Zuhörerschaft des Beirates mit den verschieden Griffen und Kenntnissen ausstatten, um erfolgreich im Einsatz für ihre Stadt, ihre Geschichte und ihr Antlitz zu sein; den Lehrkräften Nordostpreußens in den restauratorischen Lehrwerkstätten aus der Hand deutscher Fachkollegen beibringen, die eigene Hand ans preußische Kulturbesitz anzulegen; doch die größte Hoffnung und Sorge gilt dem einfachstem Stadtbürger: es könnte doch sein, daß ein jemand nach dem Besuch der Vorträge und Meisterklassen es bewußt wird, was seine eigene Wünsche seien und was der Stadt fehle um dann, nach einiger Zeit, vielleicht sogar nach einigen Jahren das eigene Projekt starte. Ein jeder von uns kann so ein Mann sein!
Man ergreife einfach die Gelegenheit beim Zopfe und fange an zu machen und zu denken: darüber, wo man die Mittel nehme und darüber, was man in der Stadt wolle, und auch darüber, was es in der Stadt fehle!..

Vom 9. bis zum 19. August von 18.30 an wartet man auf Sie damit auf der Burg Insterburg.

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