„Im Zerrspiegel“

Die Insterburger Stadtzeitung „Fundament dowerija“ berichtet von den Vorgängen um die Dachsanierung in der Elewatornaja-Straße:

Des Herbsts fand auf Einladung der Kaliningrader Provinzregierung ein Treffen der Aktiven Insterburgerin Olga Sidorenko mit dem amtierenden stellvertretenden Ministerpräsidenten Maxim Fedosejew statt… mit dabei waren der Stadtdirektor S. A. Schtschepetilnikow und der Minister für Wohnungswesen und Energieversorgung E. A. Kobylin. Man besprach die Lage, die sich aus untereinander nicht abgesprochenen Handlungen der Gemeindeverwaltung und der Sanierungsstiftung ergab.

Von der Stadtverwaltung veranlaßt, begann die Stiftung die Dacharbeiten an den Häusern Elewatornaja-Str. 3, 4, 5, 7, 8 und 9. Dabei gehören diese zu drei separaten Anlagen: Haus 3 ist eine Stadtvilla, die Häuser 5-7-9-11-13-15-17a- 17b sind eine zusammenhängende Kette mit 8 Aufgängen aber einem gemeinsamen Dach (in dem auch ihre gemeinsamen Versorgungsleitungen laufen), die Häuser 4-6-8-10-12-14-16-18 bilden ebenfalls eine solche Kette. Bei den Häusern 6 und 10 liegen zudem Gerichtsentscheidungen vor, die die Stadtverwaltung zu ihrer Sanierung verpflichten entsprechend Paragraph 16 des Privatisierungsgesetzes der Russischen Föderation. Diese war bis 2016 zu erbringen gewesen. Die Beklagte Kreisverwaltung Insterburg ließ die Frist verstreichen und setzte diese Häuser nichteinmal auf die Liste der Sanierungsstiftung… Sodaß die Dachdecker nun das Kunstück vollbringen müssen, das Dach über dem Haus 4 zu sanieren, dasjenige über Haus 6 auszusparen, um dann das Haus-8-Dach anzugehen…

…M. V. Fedosejew schlug vor, die Kläger (Bewohner der Häuser 6 und 10) verzichten auf die Vollstreckung ihrer Klage, woraufhin die Beklagte Verwaltung bei ihnen Sanierungsarbeiten durchführe, indem sie sie in ein Sofortprogramm aufnehme. Olga Sidorenko fragte daraufhin den anwesenden Stadtdirektor S. A. Schtschepetilnikow, ob er die Durchführung dieser Sanierung in den Häusern 6 und 10 garantieren könne? Zu so einer verbindlichen Zusage war Sergej Anatoljewitsch nicht imstande, aus verschiedenen Gründen. In anderen Worten, die Sieger vor 4 Gerichtsinstanzen hatten nach diesem Vorschlag auf ihr Recht auf eine Grundsanierung ihrer Häuser einzutauschen gegen ein… Nichts?..

 

Bekanntlich wurde der Hans-Scharoun-Wohnanlage „Bunte Reihe“ in der Elewatornaja-Straße, um die es hier geht, kürzlich der Prädikat „Kulturerbe von bundesweiter Bedeutung“ verliehen. Kein Wunder, daß der Leiter des provinziellen Forschungs- und Praxiszentrums für Kulturerbeschutz sich angesprochen sah. Am 18. November besichtigte eine eigens aufgestellte Kommission die Straße… Mit dabei, der Inspektor jenes Zentrums Yu. W. Waltyschew, von der städtischen Abteilung für Wohnungswesen und Kommunalwirtschaft, T. N. Jena, die Architektin W. E. Ploskanitsch, stellvertretende Generaldirektorin der Wohnungsverwaltung „Inster-Service“, N. A. Gribkowa, Generaldirektor der Baufirma „Standard“ S. A. Dschafarow, Wohnungsinspektor des „ZhilSojus“ I. I. Powerennaja. Gemeinsames Vorgehen wurde beschlossen, inklusive eines den Dächern der Elewatornaja-Straße gewidmeten Treffens der Provinzregierung und der Leitung der Sanierungsstiftung. Die Baufirma wurde angewiesen, sorgsam mit den alten Dachziegeln umzugehen, sie nicht zu gerschlagen wie bei den Häusern 5 und 7, sondern einzulagern… Dies geschieht auf dem Gelände des Autohofs von I. Guschawin („Avtokolonna 1801“).

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