Im Lokalblatt „Polüs+TV“ zieht Marina Deneschkina den Schlußstrich unter dem Forumgeschehen:
Von 9. bis zum 19. August fand zu Insterburg, auf der Burg Insterburg,ein von der Stadtverwaltung mitgetragenes Praxisforum zur Entwicklung von Strategien der Regionalentwicklung statt. Engagierte Bürgerinitiativen der um ihre Stadt besorgten Insterburger nahmen daran Teil und breiteten die eigenen Visionen der künftigen Entwicklung dar. Auch aus den weiteren Landkreisen kamen die Zeilnehmer zusammen.
Am 19. August präsentierten sich auf der Burg Insterburg die Bürgerinitiativen. Wlada Smirnowa hielt die Eröffnungsrede und machte einen kleinen Ausflug in die Entstehungsgeschichte der Projektgemeinschaft ihrer Burg: die Rede was ein bestes Beispiel dafür, daß auch kühnste Träume wahr werden, wenn man nur ban sie glaube und versuche, sie ins Leben umzusetzen. So wünschte Wlada auch den Forumsteilnehmern Mut zum Träumen, zum in die Zukunft Glauben und zum dafür Arbeiten.
15 Vorhaben hatten vor den Augen der Fachleute, der Stadtbürger und ihrer Gäste zu bestehen. Das von Wlada Smirnowa angefangene Thema des Träumens griff sogeleich Sergej Tunikow auf, Weltumsegler, Regattenteilnehmer und Kapitän des weltberühmten „Royal Clippers“. Ihm ging es um die Segelflotte Rußlands, den Bau von Segelschiffen neuer Generation, ums Bewahren der Hochsee-Traditionen. So fuhren die Teilnehmer des Praxisforums mit ihm unter vollen Segeln in den Traum hinein. Da zeigte Alexej Jalowoj sein gemeinnütziges „Georgenburg-Zentrum für lebendige Geschichte“: in den historisch nachempfundenen Burgwerkstätten will Alexej die Jugendlichen erziehen. Anna Mamajewas Traum war von der „Kinderstadt Insterburg“, von den neuartigen Spielplatzanlagen, die sie gemeinsam mit den Bewohnern entwickeltn und aufstellen will. Michail Beloborodow, einer der jüngsten Teilnehmer, rief in die Runde, „Wer nicht als wir seien Herren dieser Stadt, uns obliege es, die Stadt sauber zu machen!“ Genau darauf ist sein Projekt hinaus, auf die Müllbeseitigung, zu der er die Bürger bringen will.
Wladimir Wlassow träumt indes vom Bürger-Geschichtsmuseum, einem modernen interaktiven Mittel, um die Bewohner in der Stadt zu verwurzeln, sie am Stadtleben teilhaben und ihre Identität finden zu lassen. Leiterin der Burgstiftung Tatjana Iwanowa stellte ihr „Service-Portal humanitärer Initiativen“ vor, eine Fortsetzung des erfolgreichen Programms zum Schaffen einer passenden Umgebung und materieller Grundlagen für die Umsetzung humanitärer Initiativen in Insterburg. Wlada Smirnowa, ihres Zeichens die Burgfee Insterburgs, sprach vom „Stadt-Staat Burg, Insterburg“, einem bildendes Rollenspiel, was den Raum des Geschichts- und Kulturdenkmals des 14. Jahrhunderts belebt und weiterentwickelt.
Von Alexej Oglesnew stammt ein weiteres Burgprojekt , eines des Freiluftmuseums und der Wiederauferstehung des Geschichts- und Kulturdenkmals auf der Grundlage seiner erhalten begliebener Architekturen. Archäologische, architektonische und historische Studien aus verschiedenen Ländern sollten dem Konzept eines Schlosses der Zukunft die Grundlage sein.
Lana Egorova indes träumt von einer Königsberger Juwelierschule, der sie den Namen „Ostseeschätze“ gab: es gehe um die Gründung einer Juwelier-Lehrwerkstatt und die Wiederbegründung der Bernstein-Traditionen, für die momentan gut ausgebildete Fachleute fehlen. Laura Pigas „Internationale Burgring-Festival“ sollte die verschiedenen Burgvereine zusammenbringen und ein Mittel zum Lösen allgemeiner Fragen sein, ferner die neuen touristischen Routen anlegen und für sie werben.
Maria Schendel machte die versammelte Runde mit ihrem interaktiven Stadtplan vertraut, bei dem die Bewohner selbst in die Kartierung beliebtester Zielpunkte mit einbezogen werden. Ihre „I’m Karte“ wird ein Informationsservice für Touristen etablieren. Juri Kusnetzows und Irina Silaewas Traum war von Wandertheater der „Kunstmission“, mit dem sie die entlegene und schwer zugängliche Gebiete im Osten der Provinz sich vornehmen wolle.
Der „insterJAHR“-Beauftragte Dimitri Suchin stellte gleich zwei gemeinnützige Projekte vor. Einmal waren dies die Reparatur-Lehrwerkstätten, ein Schlußstein im „insterJAHR“-Konzept — die Ausbildung lokaler Handwerker in den traditionellen Bautechniken, sowie deren Anwendung an den historischen Bauten der Stadt entsprechend den Entw[rfen russischer und ausländischer Hochschulen. Ein anderes Mal die Künstlerresidenz, Stadtteiltreff und Museumskonzept „offenes Zimmer“. So eine Künstlerresidenz würde nach ihm eine neue Dimension zur zu restaurierendenen Sieldung Hans Scharouns hinzufügen und sie vervollkommnen. Der Straßengemeinschaft werde durch Kunst ein nachhaltiger Entwicklungsschub verpaßt, ihre Eigenart werde ausgeprägt und durch sie die ganze Stadt.
Juri Antonow, der als erster in unserer Stadt die Reitwettkampf-Tradition wiederbelebte, stellte einen Entwurf einer multifunktionalen Sport-und-Kultur-Stätte vor. Juri träumt einer Stadt, in der es sich erholen und sportlich wie kulturell aktiv leben ließe, einer Insterburg, die Touristen wie Investoren gleichermaßen anziehe, einer Stätte neubegründeter Springreit-Tradition.
amtierender Leiter der Stadtverwaltungen, Herr Alexander Masalow, die Burgfee Insterburgs, Frau Wlada Smirnowa, und der Entwickler der Multihallen-Idee, Herr Juri Antonow
Der Abend sah außerdem eine weitere Präsentation kommen: die Heimatforscher Galina Kaschtanowa-Jerofejewa zeigte druckfrisch einen Touristenführer durch Tschernjachowsk und Insterburg vor. Dies ist das dritte Handbuch, von Galina herausgibt.
Alle Aufnahmen von der Auteurin
Es war mitnichten ein Ziel des Forums, lauter Träumer zusammenzutrommeln, ganz im Gegenteil: alle präsentierten Projekte wurde mehr als ein Mal auf Herz und Nieren geprüft, und nicht irgendwann nach dem Sankt-Nimmerleinstag umsetzungsreif zu sein, sondern hier und jetzt.
Einen wertvollen Beitrag fürs Zustandekommen der Präsentationen leisteten die Studenten des Minskaer „ArchDepots“, einem „insterJAHR“-Projektpartner.