Genauere "Lokalisierung"

Moderne Architektur überwindet ist in der Regel die Schranken, die ihr durch die Landschaft auferlegt werden, mittels energielastigem Krafteinsatz. Traditionelle Architektur einer jeden Ortschaft hingegen war gezwungen, alle Landschaftsauflagen zu berücksichtigen, denn sie hatte einen Mangel an Energie.

Moderne Architektur, ihre Sinnsprache an einen Ort bringend, löscht zugleich alle Daten, die zuvor an diesem Fleck aufgezeichnet waren. Traditionelle Architektur hingegen verwandelt sie reversibel, und erschließt sie für die lokale Kultur.

Sollte die neue Kultur an einem Ort ankommen und einen Mangel an Energie erleiden, wird auch ihre Architektur, ähnlich der traditionellen, sich an die Ortslandschaft, anpassenals. Insterburg ist in diesem Zusammenhang besonders interessant, denn die herrschende Kultur wechselte sich dier mehrfach und dramatisch. Wir können annehmen, daß die neuen Kulturen, dem Orte jeweils fremd, sich an die natürliche Zwänge anpaßten. Aus diesem Grunde haben wir uns entschieden, die erste Praxisphase des Projektes „Lokalisierung“ in einem kulturell relativ  homogenen Landschaft nahe der Stadt Lepel durchzuführen, und für die zweite Etappebe ans vielschichtige Hintergrund Insterburgs zu legen.

„Lokalisierung“-Workshop hat zum Ziele, Antworten auf folgende Fragen zu suchen:

  1. Wird die Architektur besser, wenn der Energiezufihr für die Verwandlung der Landschaft beschränkt wird?
  2. Sind die Lösungen moderner Architektur unter solchen Auflagen durch die Ortslandschaft bedingt, wird sie dadurch zur Ortsarchitektur?
  3. Wird die so gewonnene Architektur die lokale Kulturmatrix bereichern können?

Erwartete Leistung: Empfehlungen zur Integration moderner Architektur in die lokale Gegebenheit Insterburgs. Diese werden auch den Teilnehmern der anschließenden SESAM-2010-Zusammenkunft zur Verfügung gestellt.

Etappe

Architektur

Kultur

1. Musterforschung

Findung architektonischer Objekte, die vergangene Kulturen in ihrer jeweiligen Anpassungsperiode schafften, und Erforschung ihrer
(anhand der Karten, Radtouren, Felduntersuchungen, Fotogrammetrie, Zusammenstellung und Datenabgleich)

Bestimmung gemeinsamer Züge aller vergangener Kulturen, die aus Verbindung mit der Landschaft entstanden

2. Modelle

Modellieren der Anpassung modernen Architektur ans lokale Terrain bei minimalen Energieaufwand
(Gedankenmodelle, EDV-Modelle, Naturmodelle und Installationen)

Prüfen, ob die Elemente moderner Architektur die Züge der Lokalkultur erhielten

3. Fazit

Zusammenstellen einer Empfehlungsliste für den Bau moderner, jedoch „maßgeschneiderter“ Architektur in und für Insterburg, und Darlegen dieser Liste als Einführungsdaten des SESAM
(Datenabgleich, Vortrüge)

4. Projekt

Entwicklung einer Reihe von Blitzentwürfen für neue Anlagen an gegebenen Stellen Insterburgs, jeweils mit minimalen Energieverbrauch beim Bau und unter Anpassung an die Landschaft
(Designexperimente, Modelle, Collagen)

Belegen, daß solche neue Insterburger Architektur imstande sei, Kulturtradition auszustrahlen

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