Eine Zusatzmeldung Markus Kepsteins, die zeitens des Kolloquims nicht vorgetragen wurde, allerdings am Rande diskutiert war.
Mit der „Jugendbauhütte Quedlinburg“ startete die Deutsche Stiftung Denkmalschutz im September 1999 in der Fachwerkstadt Quedlinburg ein Pilotprojekt in Deutschland. Junge Erwachsene zwischen 16 und 26 Jahren absolvieren ein „Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege“. An der Seite erfahrener Fachleute arbeiten sie ein Jahr lang
an der Sanierung eines Fachwerkbaus mit, oder
nehmen an einer archäologischen Grabung teil,
sie lernen den Umgang mit historischen Baumaterialien und
setzen sich theoretisch und praktisch mit Fragen der Denkmalpflege auseinander.
Sie sind dabei in Handwerks- und Baubetrieben, bei Architektur- und Planungsbüros oder bei Denkmalbehörden tätig. In sieben über das Jahr verteilten Seminarwochen vertiefen sie ihre erworbenen Fertigkeiten und erhalten Informationen über
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Stil und Materialkunde,
Forschungs- und Arbeitsmethoden,
Geschichte und Grundlagen von Denkmalpflege, sowie
die Bedeutung des europäischen Kulturerbes.
Inzwischen gibt es zwölf derartiger Einrichtungen in Deutschland.
Mit dem Projekt Jugendbauhütte und dem Freiwilligen Jahr in der Denkmalpflege verfolgt die Stiftung neben ihrem Satzungszweck, das Bewusstsein für Fragen der Denkmalpflege in der Öffentlichkeit zu stärken, auch ein gesellschaftliches Ziel. Sie will junge Menschen in Gemeinschaft an ein wichtiges Thema heranführen, sie dadurch bilden und zu ihrer Persönlichkeitsentwicklung beitragen.
Das Freiwillige Jahr ist keine Ausbildung und es gibt keine Eingangsvoraussetzungen – entscheidend für die Teilnahme ist das Interesse am Thema.
Das Konzept sieht ausdrücklich auch die Teilnahme von Jugendlichen aus anderen Ländern vor, um zur Internationalen Verständigung und zum interkulturellen Austausch und Lernen beizutragen.
Ein Präsentationsstand zu diesem Thema wanderte nach dem Ende des Kolloquiums in die ständige Sammlung der Burg Insterburg.