„… Wohl bin ich ein Wald und eine Nacht dunkler Bäume: doch wer sich vor meinem Dunkel nicht scheut, der findet auch Rosenhänge unter meinen Zypressen.“
Nietzsche
Labor
Elementarer
Selbstverwirklichung
- ist eine schrittweise ablaufende Studie, eine Plan und Improvisation, ein Hort
- ist eine Gruppe: ein Künstler, ein Musiker, ein Fotograf, ein Gamer, ein Mathematiker, ein Dichter, ein Ingenieur, ein Praktiker, ein Schriftsteller, ein Reisender, ein Historiker, allesamt aus Rauschen
- eine Suche nach offenen Räumen, wo Vertreter verschiedenen Kunstrichtungen ihre Ideen und Projekte umsetzen
- ein Jugend-Umwelt- und Kunst-Festivam, seit 2007: das Zusamenbringen der Jugend und moderner Kunst vor dem Hintergrund der akuten Umweltproblemen der Gegend
- auf Russisch ist es zudem ein Akronym für: Wald
LES stelle die eigentümliche Kunst Nordostpreußens dar, ohne allerdings die Teilnehmer aus anderen Städten auszuschließen. Im Laufe der Jahre gab es auf dem Festival Gäste wie Mitstreiter aus Moskau, St. Petersburg, Archangelsk und anderen Städten.
Für den „Insterfest“ bereitet LES nicht vor, denn „die Atmosphäre darin ist eine ganz besondere“. Stattdessen gedenke LES, seine Startpunkte vor Ort aufzusammeln, und zwar nicht die Mauern (aus einleuchtendem Grunde), sondern etwas weicheres.
Rauschen, die Heimatstadt des LES, liegt geographisch gesehen auf zwei Dünen. Vor mehr als einem Jahrhundert bepflanzten die Menschen diese Raume mit allerlei Bäumen zu Boden, verfestigten die Böden, und ließen hier „Häuser wachsen, deren Dächer nicht über die Kronen“ reichen sollten.
Die jetzige Stadt ist also im wahrsten Sinne des Wortes eine Waldstadt, und existiere allein durch die Grünpflanzungen, deren Wurzel die fruchtbaren Böden an die Erde binden. Allerdings ist die Politik eine andere, und zwar jene der aktiven Bebauung der malerischen Landschaft. So ist es zur Aufgabe der Kunst und der Jugendkultur, für den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts einzutreten. Bäume werden abgeholzt!.. das ist etwa so, als würde man Gendatenbanken anbbrennen, mittelalterliche Architekturen zerstören, Gemälde als Klopapier zweckentfremden… man nenne es, wie man will.
Wir sind außerstande, diesen Bagger zu stoppen. Unser Ziel ist es, vom Gewesenen zu berichten, in der jüngeren Generation Verknüpfungen an jenes Wissen zu legen, welches stets da, stets unter unseren Füßen liege — und allzuselten abgefragt werde.
Die Waldphilosophie bietet umfassende Möglichkeiten zur kreativen Umsetzung. Verschiedene Kunstarten suchen im Walde die Form der Präsentation und die Antworten auf ihe Daseinsfragen. Ein Wald ist ein Idealtypus menschlicher Gemeinschaft, ein Modell des Lebens auf unserem Planeten, unsere bewohnbare Umgebung. LES ist ein Festival, welches städtische und außerstädtische Formate verbindet. Seine Veranstaltungen finden im freien Walde und am Strand statt, in den Konzertsälen und eigens eingerichteten Flugszenen. Das Festival zielt darauf ab, sich weitestmöglich im Walde auszubreiten und aufzulösen. Dazu bediene es sich der Eigenarten der Landschaft, der Sichtpunkte, der bestehenden Gebäude und Strukturen. Für die Zuschauer werden Routen entwickelt, interaktive und pädagogische Umweltaktionen. Das Festival bemüht sich, verschiedene Publikumssegmente anzusprechen, und vereint in sich verschiedene Genres, vom Waldspaziergang zum aktiven Konzert, von ruhiger Performance zur Videoschau oder einer Diskussionsrunde. Gleichzeitig präsentiert: in der Landschaft, in der Musik, im Theater, in Video, auf Fotos und andere Formen, schaffen sie eine nie da gewesene Wald-(LES)-Aktion.



