Unser Ziel: die Stadt durchs Sichtbarmachen von Bürgernamen verschönern, heimatgeschichtliche Abhandlungen verorten, Bürgerbewußtsein fördern und die gemeinsame Verantwortung für die Stadt betonen.

„Menschen machen die Stadt [aus]“ macht bemerkenswerte Personen öffentlich kenntlich, die zu Insterburg oder Tschernjachowsk geboren wurden, dort lebten oder arbeiteten, in dem an jeweiligen Wohn- oder Arbeitsort, an einer ihnen dereinst gewidmeten Straße usw., am ehemaligen Denkmalstandort eine entsprechende Hinweistafel angebracht wird. Wiederholte Nennungen von ein-und-derselben Person sind zu vermeiden, außer wenn beide Adressen von eigener Bedeutung seien. Als eine Ausnahme ist auch die Anbringung unvollständiger Tafeln denkbar: „Hier wohnte NN / Hier wohnte ein bemerkenswerter Bürger, sein Name wird noch ermittelt.“

Die „Menschen machen die Stadt“-Tafeln sind stets einheitlich in der Größe DIN A3 (Hochformat), stets paarweise angebracht, mit russischen und deutschen Inschriften in der Reihenfolge: Projektlogo – Texte – Projektname, -Teilnehmer und ihr Motto „Namen kehren heim“. Sollte ein jemand für die Tafel gespendet haben, ist auch seine Nennung möglich. Trägermaterial: grauer Faserzement oder vergleichbar.

Oben sehen Sie Beispiele, wie dies an zwei ausgewählten Häusern in der Bahnhofstraße aussehen könnte. Nachstehend, zwei der ausgewählten Nachbarn.
Ein Dmitri Alexejewitsch Krylow, Bauernsohn aus dem Dorf Korowino (Gouvernement Smolensk), 1900 geboren, kam 1915 nach Petrograd. Arbeitete als Gehilfe im Badehaus, später in einer Patronenfabrik. Freiwilliger der Roten Garden, nahm er 1917 an der Erstürmung des kaiserlichen Palastes teil. Zum „Ersten Nahrungsmittelregiment“ eingezogen, wurde er nach Charkow und als Mitglied einer Sonderkompanie nach Taschkent abgeordnet, wo er an der Banden-Beseitigung teilnahm und 1919 sogar den Kommandierenden Frunse begegnete. Nach dem Ende des Bürgerkriegs ging er 1922 an seine ehemalige Patronenfabrik zurück, die inzwischen nach Podolsk verlegt wurde, und dann in sein Heimatdorf. Hier wurde er Direktor einer Flachsfabrik und später eines Fabrikverbundes, trat der Kommunistischen Parten bei. Im Juni 1941 wurde er wieder eingezogen; für den Fronteinsatz bekam er zwei Roter-Stern-Orden, sowie die Medaillen „Für militärische Verdienste“ und „Für die Einnahme von Königsberg“.
In 1945 demobiliert, wurde er nach Tschernjachowsk abgeordnet als Leiter der Stadtwerk-Kombinats. Bald war er Abgeordneter im Rat der Stadt, sein stellvertretender Vorsitzender und schließlich der Vorsitzende 1950–1958. Unter seiner Leitung entstanden neu die Großbäckerei, der Bahnhof und die Wohnhäuser an der Danziger Straße, der Wilhelmstraße und der Ziegelstraße; das Stadion wurde instandgesetzt und die Bauernhöfe im Umland an die Stromversorgung angeschlossen. Er verstarb 1975.
Dr. Max Bierfreund wurde 1865 im Dorf Schwarzenstein geboren. Zu Insterburg arbeitete er in einer Druckerei, bevor er mit der Medizinalausbildung begann. Nach dem Abschluß kehrte er in die Stadt zurück und erlangte Bekanntheit als Allgemeinmediziner, später als leitender Arzt am Kreiskrankenhaus. Für über 20 treue Dienstjahre wurde ihm bis 1914 der Titel „Sanitätsrat“ verliehen.
Zum Kriegsbeginn 1914 ein Mitglied des Magistrats, blieb er der Stadt bei der Einnahme durch russische Truppen treu und wurde von den Bürgern zum Bürgermeister gewählt. Der General Paul von Rennekampf ernannte ihn zum „Gouverneur“. Er kümmerte sich um die Kranken, stellte eine Bürgerwehr und eine Feuerwehr auf, ließ Läden öffnen und sorgte für die Armenspeisung. Für diese Verdienste wurde ihm die Ehrenbürgerwürde angetragen und das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Bereits zu Lebzeiten wurde die Straße an seinem Hause „Bierfreundstraße“ genannt. Er verstarb 1927.

Das Vorhaben wird vom Kamswyker Kreis in Zusammenarbeit mit der Stadt Tschernjachowsk und der Kreisgemeinschaft Insterburg aus Spendenmitteln und sonstigen Drittmitteln umgesetzt. Über die Aufnahme der Namen ins Programm entscheiden die Vertreter des Kamswyker Kreises, der Stadt Tschernjachowsk und der Kreisgemeinschaft Insterburg einvernehmlich, genauso über den Wortlaut der Texte. Namensvorschläge erbeten an den Kamswyker Kreis, mitsamt der Ausführung, was den einen Bürger für die Stadt so bedeutsam macht und was jene Bedeutung bestätigt (Verweise an Zeitungsartikeln, Auszeichnungen usw.), Beschreibung des Aufstellungsortes und der Zustimmung des Hauseigentümers. Eigenfinanzierung seitens Antragsteller erwünscht; Patenschaft möglich.
Die Schilder dürfen auch an Laternenmasten, Trafohäuschen u.ä. angebracht werden. Einmal montiert, gehen sie in das Eigentum der Stadt Tschernjachowsk über. Ihre Pflege usw. obliegt dem Hauseigentümer.