3. internationale Ostbahn-Konferenz

Die Stadt Seelow empfing am 20. Oktober 2016 in ihrem Kulturhaus Erich Weinert die dritte polnisch- deutsche Fachkonferenz zur grenzüberschreitenden Eisenbahnverbindung zwischen Berlin und Pila (Ostbahn-Stammstrecke) und darüber hinaus zum Thema „Ostbahn 2030 – Zukunftsvisionen“. Die Redner waren der Bürgermeister der Stadt Seelow, die Landräte und Starosten der betroffenen Landkreisen und Powiate, der Vorsitzende des Ausschusses für Verkehr und Tourismus im Europa-Parlament, Referatsleiter Eisenbahnpolitik im Bundesministerium für Verkehr, Projektleiter „NSB CoRe“ der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Leiter der Abteilung Verkehr im brandenburgischen Ministerium für Infrastruktur, Leiter Regionalnetze der DB Netz AG, Regionalleiter Bau-und Anlagenmanagement der DB Station & Service AG.

Von der Arbeitsgruppe „6 Ostbahn-Runde“, Dimitri B. Suchin mit dem Vortrag „Ostbahn, Rail Baltica, Entwicklungsregion — der Bahn ihre Art zurückgeben“:

Der Bahn, wie allem, was wir schaffen, sind manche Planformen eigen – Leistungsformen. So treffen wir häufig auf eine Hantel: zwei Kraftpole strecken einander ihre Arme entgegen, bilden einen Steg, stärken sich gemeinschaftlich. Dann ein weiteres, und noch eines – es wird eine Perlschnur daraus, wieder ein sprachlich treffendes Bild… Doch es gibt noch eine dritte Art, mit Hauptzentrum, auch dem Arm – aber keinem Gegenpol, auch nicht im Ansatz. Dies muss ich Keule nennen…

…Sowohl die alte Ostbahn als auch die Vor-Wende-Bahnen Polens und Sowjetunions brachten etwas in die Region. RailBaltia hingegen, in ihrer jetzigen Form, nimmt: kein Wunder, dass sie über 20 Jahre nur am Stocken ist. Wenn die Geschichte uns hier was lehren will, verspricht nur ein anderes Konzept Erfolge: Fernziel aufstellen, Kultur als Botschafterin vorschicken, mit kleinen Schritten untermauern und vorangehen. Wozu zerreißen? Kooperation soll die Lösung sein!
…RailBaltica ist ja an sich weder gut noch schlecht, auch die Mehrspurigkeit nicht – sie sollte nur vom Ballast befreit werden. China und Russland sind gerade im Bauvorlauf für die Fracht-und-Personen-ICE-Strecke von Moskau nach Peking, und zwar auf spurvariablen Zügen, auch hier kann so etwas sein. Darum: ein „Ja“ zu Riga, ein „Ja“ zu Königsberg, ein dreifaches „Ja“ zur Danziger Dreistadt, ein fünffaches zum 5er-Hafen Helsinki-Primorsk-Petersburg-Luga-Reval und zum Gleisbündel, was sie vereint – die hängen nun mal natürlich-geographisch zusammen. Kein Mühlstein am Halse der Ex-Ostsee-Tiger, keine Militärbahn-in-Vorhaltung: einschienig-humpelige Grenzlandbahn – zu Grenzen-zusammennähender Entwicklungsbahn!
…Es hapert nur auf der deutschen Seite, [denn] von Küstrin nach Danzig und Königsberg kann man bereits jetzt zweigleisig und elektrisch durchfahren.

…Keulen zu Hanteln!
Und immer schön an die Perlenkette denken.

Deutsche und polnische Presse waren mit anwesend.

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