Von Moskau, Königsberg und anderen Orten

Keine zwei Wochen seit dem Auftritt russischer Fachleute, Denkmalschutz-Verbände und internationaler Kreise zum Erhalt des Moskauer Eisenbahn-Rundschuppens am Leningrader Bahnhof (1849), schon meldet sich die Zeitschrift „Strojinterjer“ aus Königsberg mit einem Drei-Seiten-Bericht vom Rund- und Radialschuppen zu Insterburg — zu finden in der Dezember-Ausgabe.

„Die Diplomarbeit Eugenia Mlyntschiks (BNTU Minsk) wurde der Insterburger Öffentlichkeit erstmalig beim «insterJAHR»-2011 vorgestellt. Seit zweit Jahren schon sind die jungen Denker im Osten der Provinz dabei zu beweisen, daß das komplexe Architek-Tuch Insterburgs, mit seinen geschichtlichen und stylistischen Ebenen und ihren Wechselbezügen, eine neue Herangehensweise bedürfe, um wieder zu einem Ganzen zu werden.
…Nach diesem Entwurf wird ein Baudenkmal der 1870er Jahre, mit seinem Schwedler-Kuppel, eingehend umgestaltet“,
schreibt Nadeschda Abramowa.

Momentan steht die Anlage zum Verkauf, und der neue Erwerber ungewiß. Wie seine Nutzungsvorstellungen auch immer ausfallen sollten, zu wünschen ist, daß diese anders geraten, als das, was der Präsident der Russischen Bahnen zum Moskauer Rundschuppen von sich gibt: da ist davon die Rede, daß „der Bau der Form nach ein Kulturdenkmal sei, doch in realiter weit davon entfernt… Die Gebäudekontur wurde schon in den 60er Jahren des letzten Jahrhundert abgenommen… Die abgenommenen Tragelemente führten zum Verlust der Architektur… Heute haben wir mit dem Rundschuppen mit einem Neubau zu tun, ohne jeglichen Kultur- und Geschichtswert.“

Bei so einer Sicht des redegewandten Vorstandes, frage man sich, ob jetzt Insterburg nicht schon wieder eine Vorreiterrolle ins Haus steht, diesmal im Umgang mit dem Industrieerbe?

Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert