Leiterin der Königsberger Sanierungsstiftung Oxana Astachowa schrieb am 30. Oktober 2017 auf ihrer Facebook-Seite:
Heute fand in der Stiftung eine Beratungsrunde mit der Baufirma statt, die im vergangenen Jahr Sanierung der 6 Dächer in der Elewatornaja-Straße in Tschernjachowsk durchführte. Die Wohnungseigentümergenossenschaft wies auf kleinere Mängel hin, die indes an zwei Dächern auftraten. Das Unternehmen hat nun bis zum 9. November Zeit, die festgestellten Mängel als ihre Garantieleistung zu beheben. Die Gewährleistungspflicht beträgt 5 Jahre ab Abschluß der Arbeiten. Die Bauten in der Elewatornaja-Straße sind Baudenkmäler, Reparaturen darauf werden von der Stiftung besonders kontrolliert. Wir rechnen damit, daß die gewissenhafte Baufirma die Mängel innerhalb der vorgegebenen Frist beseitigen wird, worauf sie von unseren Ingenieuren abgenommen werden.
Bedenke: jeder Fehler hat einen Urheber. Im Fall von Bauwesen, einen Planer, einen Erbringer und eine Genehmigungsstelle.
Die wurderprächtige Stiftungs-Sanierung jener 6 Scharoun-Häuser in der Insterburger Bunten Reihe fand 2017 statt. Wir schreiben 2019 – durch die Dächer regnet es unentwegt. Es wird es auch weiter tun: Dachziegel werden nicht verschraubt! Die Unterspannbahnen werden nicht gestoßen und verspachtelt, sondern an der aufgehenden Wand ausreichend weit hochgezogen! Ganz zu schweigen, daß die Deckungszeichnung nicht dem historischen Original entspricht. Oder daß das ostpreußische Doppeldach ein wunderbares Beispiel einer klimaaktiven atmungsoffenen und dennoch dichten Deckung war. Nun ist sie fort. Man macht Anstalten, weitere Häuser auf dieselbe Weise zu beglücken.
Die Bewohner verfluchen den Tag, als sie der sogenannten Sanierung ihrer Dächer zustimmten. Werden wir eine Neueindeckung je erleben? Auf wessen Kosten?