Am görlitzer Sitz der DenkmalAkademie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz fanden am 29.1.2010 Vorbereitungsgespräche zur Beiteiligung der Bildungseinrichtungen am „insterJAHRe“ statt. Träger der DenkmalAkademie ist die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Die Stiftung Denkmalschutz ist eine private Stiftung, deren Hauptaufgabe es ist, gefährdete Denkmale in Deutschland zu retten. Ebenfalls wird die Bildung von Handwerkern und anderer Bevölkerungsschichten in der Denkmalpflege unterstützt. Deshalb wurde 1991 mit dem Aufbau von Bildungszentren auf dem Gebiet der ehemaligen DDR begonnen. Seit Gründung der DenkmalAkademie im Jahr 2001 arbeitet diese deutschland- und europaweit als Fortbildungseinrichtung für Bauhandwerker, die Kenntnisse im Bereich alter Handwerkstechniken erlangen wollen, die in Deutschland zumeist nicht mehr in der Lehrlings- und Meisterausbildung unterrichtet werden. Ihre Absolventen erhalten nach etwa 600 Stunden Unterricht in Theorie und Praxis ein Zeugnis, bestätigt durch die Handwerkskammer Dresden, daß sie zum Restaurator im Maurer-, Steinmetz-, Zimmerer-, Stuckateur-, Maler- und Tischlerhandwerk ausgebildet wurden. Gemeinsam mit der TU Dresden werden seit 2004 Architekten, Planer, Bauingenieure und alle, die beruflich mit Altbauten zu tun haben in Wochen- und Tageskursen in speziellen Thematiken der Denkmalpflege weitergebildet.
In den letzten Jahren widme sich die Akademie verstärkt der internationalen Zusammenarbeit. Partner aus Bulgarien, Frankreich, Schweden, Polen, Tschechien und der Slowakei arbeiten eng zusammen. Rußland war auf Grund mangelnder Kontakte bisher noch nicht an der Zusammenarbeit beteiligt. Diese soll aber in den nächsten Jahren ausgebaut und befördert werden. Hierzu wird u.a. an Plänen gearbeitet, die es ermöglichen, daß Rußland Unterstützung erhält, die das Europäische Erbe der Baukultur zu erhalten hilft. Dazu wird die Möglichkeit geprüft, Ausbildungsstätten für Handwerker in Kaliningrad und Tschernjachowsk zu entwickeln und bei der Aufbauarbeit Unterstützung zu leisten.
Ein weiterer Punkt der Arbeit in der Denkmalpflege in Deutschland und Europa ist die Ausbildung von Jugendlichen. Gemeinsam mit den Internationalen Jugendgemeinschaften (IJGD) und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wurden deshalb Internationale Jugendbauhütten in Deutschland gegründet. In den Einrichtungen können Jugendliche ein freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege absolvieren. Dieses Jahr dient dazu, Absolventen durch Praktika in den Kooperationsbetrieben in Berufen, die im Bereich Handwerk und Denkmalpflege arbeiten, heranzuführen. Es bestehen Kooperationen nach Polen und anderen Europäischen Ländern.
Durch glückliche Fügung entspreche das Durchschnittsalter eines Teilnehmers der Jugendbauhütte etwa dem der Studenten der Betriebspädagogischen Schule Tschernjachowsk und der Staatlichen Städtebauschule Kaliningrad. Auf der Grundlage des „insterJAHR“-Programmes und der Zusammenarbeit der beiden Schulen führten die Gespräche zwischen dem „insterJAHR“-Beauftragten Dimitri Suchin und dem Koordinator für Auslandsprojekte der Bildungsabteilung der DenkmalAkademie Andreas Vogel zum allseitig befriedigenden Ergebnis:

Die DenkmalAkademie hat das Interesse bekundet, die Einrichtung von Werkstätten und Jugendbauhütten im Kaliningrader Gebiet mit Rat und Tat zu unterstützen. Finanzierungshilfen sind auf Grund von internem Reglement und bestehenden Statuten nicht möglich. Die Vorschläge sind der russischen Seite übermittelt worden und werden in den folgenden Gesprächsrunden debattiert. Als nächsten Termin haben die Seiten ein Treffen Ende März/Anfang April 2010 in Görlitz, sowie den Besuch der Jugendbauhütte Görlitz und der Handwerkskammern Dresden und Cottbus vereinbart.