Geteiltes Erbe: Insterburger Lehrwerkstatt

Ein Projekttext zum Förderprogramm:

Wie Werte erhalten, wenn man sie an den eigenen Häusern nicht zu entziffern vermag, das Wie und Warum ihrer Entstehung, das steingewordene Wissen der Generationen ob der Örtlichkeit, des Klimas oder der Baustoffe? Wie Dauerhaftes erschaffen, wenn nur Äußerlichkeiten ins Auge springen? — So wird weder das Alte richtig repariert, noch das Neue so erdacht, daß es dieselben Standzeiten, dieselbe Kommodität wie das Alte erreiche. Eine Herausforderung für dem Fachmann wie für den Laien. Unsere Antwort: Insterburger Lehrwerkstatt!

Bauhilfswerkstätten kommen in Insterburg 1916 vor, Normfenster usw. hielten mit ihnen in Ostpreußen Einzug zusammen mit den genossenschaftlicher Produktion, sozialer Stadtplanung und Bürgerverantwortung. Doch auch 700 Jahre eher bei der Landnahme oder 200 Jahre eher bei der Repeuplierung gab es bereits Vorläufer, die davor gewesenes zusammenfaßten, Lehren zogen, besserten, mit neusten Errungenschaften durchsetzten. Warum nicht wieder?
2009 begann «insterJAHR» damit, Bauten zu erforschen, werk- und materialgerechtes Bauen zu fördern, im Seminarentwurf (bereits geschehen) und auf Lehrbaustellen (steht noch aus): wer würde nicht gerne Schinkels, Schwedlers, Scharouns Retter und Erbe sein? — sie alle stehen an, warten auf unser Tun.
Es kamen zusammen einfache Insterburger mit den Studenten aus St.Petersburg, Moskau, Kasan, Samara, Königsberg (OPr), Danzig und München, mit den Dozenten aus St.Petersburg, Dorpat, Berlin, Görlitz, den Juroren aus Nah und Fern. Bereits die ersten Aufmaße, die ersten Entwürfe der Bautensanierung, der Innendämmungen und Putzausbesserungen, der Bachregulierungen und Arrondierungen sind bewußt Kooperationen mehrerer Länder Kinder — so soll es auch weiterhin sein.

Von den ersten Anfängen an der „Bunten Reihe“ Hans Scharouns, dem Standort des „Kamswyker Kreises“ ausgehend, prüft die УМ/LW-Lehrwerkstatt, welche Entwurfswege und Techniken sich für die Erneuerung Ostpreußens besser eignen. Nachfolgende Lehrbaustellen zeichnen weitere Kreise ins Land, ganz Ostpreußen füllen und darüber hinaus: Diese Aus- und Weiterbildung für Maurer, Putzer, Zimmerer, Dachdecker, Architekten und Restaurateure soll z.T. in den Städten Russisch-Ostpreußens und teilweise in Görlitz und Cottbus sich vollziehen, über Grenzen, Gewerke und Fächer hinweg. Hierzu liegen bereits Vereinbarungen mit der Königsberger Bauschule, dem dortigen Landesdenkmalamt und dem Denkmalzentrum Görlitz vor. Von Seiten EuropaNostras ist dieses Programm 2015 geprüft und gelobt worden.

Es fehlen allerdings noch Mittel zum Erwerb der Räume in der Elevatorenstr. (Bunte Reihe), wo Klassenraum, Atelier, Übernachtungsmöglichkeit für Stipendiaten geschaffen werden sollen.

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