"Insterburg mit den Augen eines Gestalters sehen"

Die Stadtzeitung «Polüs» berichtet von den ersten Vorträgen des Vor-Ort-Seminars «Die Stadt mit den Entwerfer-Augen sehen». Vor dem teilnehmenden und bloß zuschauenden Publikum auf der Burg Insterburg wiesen die Seminarleiterin Frau Eugenia Petraschen und die Lehrerin für grafisches Gestalten, Frau Barbara Basuewa, den Seminaristen die Richtung, die derer Arbeiten zu nehmen hatten, während Professor Järgen Wenzel mit seinem Vortrage dem Grünbild Insterburgs seinen rechten Platz in der Schaffensgeschichte eines einzelnen Gartenstadtdirektors, aber auch im größeren Zusammenhang der europäischen Gartenplanung zuwies.

Bereits hiervon berichtet das Blatt leider fehlerhaft. So waren die angeführten Grünanlagen Berlins oder etwa Lübecks mitnichten die eigenen Werke Professor Wenzels — sie sind Teile seiner Forschungsarbeit und stammen aus der Feder Erwin Barths, einem bekannten Gartenarchitekten und Zeitgenossen Hugo Kaufmanns. Ihre Berufswege trafen sich mehrfach.
Man applaudierte ihnen beiden, oder vielmehr ihren damaligen Planungsansätzen: im heutigen Insterburg vom Unkraut überwuchert, sind die in Berlin erhalten oder wiederhergestellt worden.

Doch den Löwenanteil des Textes widmet das Blatt den verwaltungsinternen Konflikten. So kam es z.B. während der Burgrunde zutage, daß während die städtische Bauverwaltung (Leiterin Projektbeauftragte Galina Prokoptschuk) sich redlich müht, das einst strahlende Stadtgrün zu retten, ihm auch in der Entwicklungsplanung einen gebührenden Platz zu sichern — die Kulturverwaltung (Leiterin Swetlana Koschewnikowa) sich bereits für die Erfassung des Schützentales und auch des Neuen Friedhofs verausgabt, und, angesichts der mangelnden Kräfte gar vorschlägt, sich nur auf das Wenige zu konzentrieren, was man imstande zu pflegen sei, den Rest aber aufzugeben…

Es ist eines der vorranzigen Ziele des «insterJAHRes», solche Reibungsverluste zu beseitigen.

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