Während der Festtage fanden in Kasan Gespräche zwischen Anna Mamaewa als Vertreterin der Stadtverwaltung Insterburg und Natalia Trojepolskaja statt, Lehrbeauftragten der Kasaner Architektur- und Bauuniversität, Diplomprüferin am Lehrstuhl für Restaurierung und Umnutzung des architektonischen Erbes. Man besprach das «insterJAHR», die Zusammenarbeit der Universität, der Stadt und der Burgstiftung bei der Wiederherstellung der Bau- und Geschichtsdenkmäler.

Schon 2010 mischte die Kasaner Architektur- und Bauuniversität kräftig beim Insterburger Projektgeschehen mit: die 10.-Semestler verbrachten ihre Praktikumszeit damit, im Rahmen des «insterJAHRes» einen Vorentwurf für die Bunte Reihe aufzustellen. Dazu mußten die Bauten erst vermessen werden, was die Studenten flugs selbst ausgeführt. Die Archivdaten sind ihnen vom Projektbeauftragten Suchin vorbereitet worden.
Im Jahre 2011 will man die Zusammenarbeit fortsetzen, denn es gewinnen beide Parteien: die einen durch den Entwurf zur Rettung ihrer Häuser, die anderen durch die Erfahrung der eigenständigen Arbeit, durch neue, Kasan-untypische Bauumgebung, durch lehrreichen Hinweis der ausländischen Fachreferenten — auf jene der Deutschen Denkmalakademie zu Görlitz sei man besonders gespannt. In Insterburg erprobt, ist man auch für den Kasaner Einsatz vorbereitet!
Das Einsatzfeld ist weit, vom Lokdepot mit der Schwedlerkuppel über die Bunte Reihe bis hin zu den städtischen Parklandschaften reicht es, und bei mehr als einem Objekt ist die Verwirklichung greifbar Nah: die werdenden Architekten stellen mehr als bloß ihren Spürsinn und Erfindertum unter Beweis. Semesterarbeiten, ausgearbeitet, können von der unterschriftsberechtigten Restaurierungs- und Planungshochschule bei den Ämtern zur Genehmigung vorgelegt werden — die Eigentümergenossenschaft der Bunten Reihe wäre ihr Auftraggeber und die dann hoffentlich schon eingerichteten Lehrwerkstätten die zu beauftragenden Handwerker.
Die neuen Kasaner werden gegen Mitte Juni in Insterburg erwartet. Frau Trojepolskaja folgt ein wenig später, zuerst muß sie die Diplomprüfungen jener Studenten abhalten, die die Stadt 2010 besucht und die Insterburger Themen wie einzelne Bauten sich für die Diplomentwürfe nahmen. Womöglich kommen auch sie wieder — die frischdiplomierten Diplomarchitekten, bereit, die Arbeit an der lieb gewonnenen Stadt aufzunehmen.