"Architektenkolloquium zu Insterburg"

Die Insterburger Stadtzeitung „Polüs+TV“ berichtete am Abschlußtag des Kolloquiums ausführlich von seiner Eröffnung.


…Schon im Foyer des Kreiskulturhauses erwartete die Besucher eine Ausstellung über die Berliner Siedlungen der Jahrhundertwende, deren nächste Artgenossen auch im alten Insterburg standen. Sie stehen da immer noch, nur kam ihnen, anders als den Berlinern, keine eingehende Reparatur oder Restaurierung bei der letzten Jahrhundertwerde zugute. Außerdem zählen die Berliner Siedlungen seit jüngstem zum UNESCO-Welterbe, und ihre Wiederherstellung — zu den Muster für alle, die in diesem Felde tätig sind.

Ihre Grußworte richteten an die Runde der amtierende Kreisverwaltungsleiter S.A.Schepetilnikow und der amtierende Stadtvorsteher A.P.Bykow.

Dir Vorträge des ersten Tages widmeten sich den Kulturerbestätten in den historischen Städten Nordostpreussens, gehalten vom Leiter des Königsberger Landesdenkmalamtes Wladimir Jarosch —  der Geschichte von Städtebau und Architektur von Ostpreußen, mit besonderen Hinblick auf die  Architektur des 20. Jahrhunderts, vom Architekten und Beirat der Scharoun-Gesellschaft Dimitri Suchin  — der Rolle des Geschichtserbes im Bewußtsein des Städters, vom  königsberger Kulturologen und Schriftsteller Alexander Popadin.
Nach der Pause ging die Vortragsserie des ersten Tages weiter mit einem Bericht vom Bunten Bauen und die Restaurierung der Taut-Siedlungen in Berlin, gehalten von Winfried Brenne, einem Architekten, Mitglied des Werkbund-Vorstandes und der Stiftung Denkmalschutz Berlin.

Zum Abschluß des ersten Tages des Kolloquiums statteten die Teilnehmer der Siedlung an der Kamswyker Allee und der Bunten Reihe einen Besuch ab. In den 20-er Jahren des letzten Jahrhunderts ist die von Hans Scharoun erbaut worden. In Augenschein dieser Häuser bemerkte W. Brenne, der Bruno Tauts Hufeisensiedlung und Olkel-Toms-Hütte erfolgreich restaurierte, daß es gute Chancen gebe, auch diese Bauten zu retten — vorausgesetzt, man zögere nicht zu sehr: weitere 2-3 Jahre Nichtstun kämen den Totalverlust der Siedlung gleich.

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