Kolonien

Ostpreußen ist kein Land, wo man bei Siedlungen das übliche Entstehungsbild anwenden darf: hier war die Grundeinheit kein Flecken, aus dem ein Dorf und dann eine Stadt entstand. Allen gingen hier Städte voran, und wo sie im 13. Jahrhundert gegründet wurden, blieben sie lange Ackerbürgerstädte. Recht spät folgten ihnen eigentliche Dörfer und zeigten sich ihrer städtischen Abstammung bewußt, stadtähnlich geordnet im Grundriß, Haustypik oder Bewohnerschaft. Friedrich der Große siedelte hier zielgerichtet Bauernkolonien an, und auch zwei Fabrikkolonien bei Königsberg gehen auf ihn zurück: Nasser Garten und Mühlenhof.

Diese Kolonien, wie auch die Städte vor ihnen, folgten den Grundtypen aus dem Reich. So werden sich wohl auch die frisch zugezogenen Kolonisten in ihnen schnell heimisch gefühlt haben. Der Grund dafür, daß den genauso planmäßig angelegten Sowjetdörferm derselbe Erfolg nicht vergönnt blieb, wird auf derselben Ebene zu suchen sein.

In der Gründerzeit erlebte Deutschland eine Landflucht, und Ostpreußen litt darunter besonders: einem landwirtschaftlichen Gebiet fast ohne Industrie bedeutete der Weggang eines Einzelnen nicht nur einen unbedeutsamen Umzug in Sichtweite, sondern die Übersiedlung ganzer Sippen, ja ganzer Dürfer! Ostpreußische Kolonien entstanden damals in allen Industriegebieten, nur nicht in Ostpreußen, wo Arbeiter so händeringend gesucht wurden.

Außerstande, die eigene Industrie als einen Gegenmagneten aufzustellen, griffen die Behörden zum Siedlungsbau, worin die Landarbeiter als eine neue Zielgruppe auftraten. Knapp an Land und sonstigem Besitz, waren sie zum Weggang besonders geneigt. Die Bilder zeigen unter anderem eine Mustersiedlung in Berlin-Staaken, die vielen ein Vorbild war, und Interieurs einer hannoveraner Siedlung, die beispielhaft mit Farben umgeht.

Рабочий посёлок Зимонен Город-сад Штаакен Р?нтерьер РІ посёлке Лаацен интерьер РІ посёлке Лаацен

Später versuchten die Kolonisationsplaner des Dritten Reiches an die alten Erfolge anzuknüpfen, und schufen ein ganzes System für den „Neuen deutschen Osten“: es blieb Makulatur.

Зал собраний "Гитлерюгенда"

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