"Beste junge Geister Europas gedenken, Insterburg ihr altes Antlitz zurückzugeben"

Die Abschlußreportage des Fernsehsenders «Rußland 1» blickt auf den SESAM-Treffen junger Architekten der Region als einen Vorgang mit Geschichte: erwähnt wird sowohl das Kolloquium zur Erhaltung der Baudenkmäler, als auch die Studenten aus Kasan. Der Bericht geizt nicht mit Superlativen:

Auch wir werden nicht geizen, allerdings mit Tadel (Lob folgt), denn manche Fehldeutung sind schon mehrfach bemängelt worden. So sind die Gartenentwürfe von „Beltain“ keineswegs von den Kasanern gemacht, und auch die Arbeiten an der „Bunten Reihe“ (genuin Kasan’sche Arbeiten!) sind keineswegs nur aufs Ziel hinaus gemacht werden, die Häuser einmal bei UNESCO zum Schutz anzumelden. Nichts gegen die Welterbestätten, sie strahlen himmelfern über uns am Firmament, wir aber müssen erst unsere bescheidene Brötchen backen.
Doch nun zum Lobe: es wird wohl das erste Mal sein, daß der Sender unsere Projektziele richtig darbrachte. Zumindest während des Berichts: im Titel kommt die alte Fehldeutung wiederm, und wir verzeihen sie — wieder. Wir bleiben dabei: die alte Stadt, das alte Äußere können wir niemanden zurückgeben, einer Stadt genausowenig wie einer Diva, zwei Mal kann man nicht in dasselbe Wasser treten! Möglich hingegen ist eine Erneuerung der Stadt auf der Grundlage des neuen alten Selbstverständnisses. Dies ist wahrlich eine Aufgabe für uns.

Im Bericht ist ferner davon die Rede, Insterburg werde Nordostpreußens „Architekturhauptstadt“: solcherlei stehe uns nicht zu.
Noch nicht.
Fragen sie uns in 10 Jahren wieder!

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