In der Reihe seiner Reportagen berichtet der Sender «Rußland 1» von der Ankunft der regionalen Treffens junger Architekten (SESAM) in die Stadt.
Berichtet leider mit Fehlern und ausgerechnet am Abschlußtage.
Schon seit dem 25. August arbeiten die jungen Architekten Rußlands, Litauens und Polens auf der Burg Insterburg, auch einige Italiener und Franzosen sind dabei. Ihr Ziel: nicht etwa die hymerische «Wiedergewinnung vergangenen Glanzes», welch´ spinnerte Idee — und warum dichtet man sie den geheimnisvoll apostrophierten «Europäern» zu, wo es auf diesem Regionaltreffen keine Asiaten oder Afrikaner gebe? —, ihr Ziel ist es ferner nicht, Insterburg einen neuen Antlitz zu verleihen — auch dies lege man ihnen zu Unrecht in den Mund. Es wäre bei der Kürze der Zeit nur rein kosmetisch möglich — ohne echtes Eingehen auf die Nöte und Belange der Stadt. Nein und tausendfach Nein! — die SESAM-Baumeister suchen nach Wegen und Möglichkeiten, schlagen Lösungen vor und gleich die Alternativen dazu. Es gehe darum, daraus solche zu bestimmen, die auf diesem ostpreußischen Boden heimisch sind oder werden können; jene, die unter dieser (p)reußischer Sonne wachsen werden.
Nichts anderes meinte der Nationalkoordinator Paul Prischin, als er sagte, die polnische Städte seien in den vergangenen Jahrzehnten den russischen weit vorausgeeilt was den Umgang mit dem deutschen Bauerbe anbetrifft, und haben eigene polnische Methoden hierzu entwickelt. Sie hatten eigene Erfolge und machten eigene Fehler: wir in Insterburg können aus diesen beiden, Fehlern wie Erfolgen, durchaus etwas lernen.
Wer an den Arbeiten interessiert sei, könne bis auf die Ankunft des nächsten oder übernächsten «Domus»-Magazins warten — oder aber zum Insterburger Stadtfest eilen, wo auch noch die Autoren der Arbeiten zugegen sind. Monat darauf werden dieselben Pläne in Königsberg gastieren.
Die Leistungen Paul Prischins bei der Organisation des SESAM-Architektentreffens anerkennend, möchten die Rußland-Leiterinnen der EASA, Marina Ilüschina und Natalia Fedorowa dennoch klarstellen, daß der Titel eines Nationalkoorinators ihm nicht gebührt.