Die db Deutsche Bauzeitung berichtet von der Gründung des Kamswyker Kreises, der sich dem Erhalt der Wohnsiedlung Bunte Reihe verschreibt:
In Insterburg, knapp 100 km von Königsberg, gründete Scharoun 1918 sein eigenes Büro und schuf Anfang der 20er Jahre mit der »Bunten Reihe« im Insterburger Vorort Kamswyk sein erstes eigenständiges Werk. Es zeichnete sich durch seine Farbigkeit und die plastische Ausgestaltung der Fassaden aus. Während der Sowjetzeit kümmerte sich niemand um die Siedlung: In der Bundesrepublik nahm man an, sie sei zerstört, den Sowjets war deutsches Erbe suspekt. Ergebnis: Heute ist an manchen Häusern sogar noch der Originalanstrich erhalten.
Nachdem bereits mehrere Seminare zur Erforschung der Bauten und den Möglichkeiten ihrer Ertüchtigung abliefen, und die Häuser unter Denkmalschutz gestellt wurden, wollen „größere Brötchen gebacken werden“: eine Art Dependance der Görlitzer Denkmalakademie sollte hier entstehen, um notwendiges Bauhandwerkskönnen zu lehren. Sowohl die Ämter als auch die Aktiven oder die Unternehmer sind des Lobes, doch seien die einen nicht liquide, die anderen nicht berechtigt, im Ausland tätig zu sein, und die letzteren wollen nicht, als Erste ins kalte Wasser zu springen. Die Häuser indes verfallen weiter und schafften die Negativschlagzeile, auf die diesjährige »7 meistbedrohte Denkmäler«-Liste von Europa Nostra zu kommen.
„…Zwei Einheiten stehen zurzeit zum Verkauf, ein ganzes Haus (ca. 45 000 €) und ein Laden (ca. 13 000 €)… Wer hat den Mut zum nächsten Schritt?“