Vordiplom von Diana Chaustowa, Studentin der Staatlichen Südural-Universität, Fakultät für Architektur, Abteilung Städtebau.
…Sanierungsgebiet eingefaßt von der Gagarin-, Elewatornaja- und Rostowskaja-Straßen. Hier befindet sich auch die „Bunte Reihe“, eine Siedlung des berühmten deutschen Architekten Hans Scharoun (1893–1972). Diese denkmalgeschützte Siedlung bildet eine der wichtigsten systemprägenden Entwurfsachsen. Daran anschließend stehen Einzelhäuser („Reichstyp“), in den 1930er Jahren erbaut.

Nachteilig hier sind:
- chaotische Bebauung, irgendein Zusammenhang nur entlang der Wohnstraßen erkennbar;
- vernachlässigte Bereiche;
- Gartenkolonien und Nutzbauten sowohl im Schutzstreifen der Bahn, als auch über den gesamten Sanierungsgebiet verstreut;
- Die Elewatornaja-Straße ist die einzige Zufahrt zum Wehrsportgelände;
- ungepflegte Grünbereiche;
- Es fehlen Kultur- und Versorgungseinrichtungen, Kindergärten usw.
Konzept
Die Grundidee war es, in einer bestehenden Stadt eine selbstständige kleine grüne Siedlung zu schaffen. Dem Stadtleben einerseits die Stirn zu bieten, andererseits um das Beste aus ihm rauszuholen: eine „Gartenstadt“.
- Durchgrünter öffentlicher Bereich, mit einem Park in der Mitte.
- Andiedlung landwirtschaftlicher Nutzung an den Rändern.
- Typisierte Flachbauten.
- Leistungsstarke durchdachte Erholungfunktion, die in die Umwelt hinausstrahlt.
- Bio-Lebensmittel, günstige Lebensumgebung, Kontakt zur Natur.

Es wird vorgesehen, in einigen Wohnhäusern an der Gagarinstr. Räume für Kultur- und Haushaltsdienstleistungen vorzusehen, sowie freistehende Bauten dafür. Zwischen der Elewatornaja- und der Rostowskaja-Straße wird ein öffentlicher Bereich herausgebildet, einschließlich eines Kindergartens mit 90 Plätzen, eines Gesellschaftszentrums, eines Parks, sowie einer Markthalle mit angeschlossenem öffentlich zugänglichen Gewächshaus. Landwirtschaftsbereiche schließen direkt am Markt an und seinen Lagern. Im Schutzbereich der Bahn liegen Gemeinschaftsbauten, die auch den Lärmschutz mit übernehmen.
Vorgesehen ist ein Parkbereich, sowie die Verschönerung und Ordnung der bestehenden Gehölzvegetation und Grünflächen überhaupt. Die Hauptlinien des Parks folgen den Horizontalen der Landschaft; die Wellen werden durch gezielte Anpflanzung höherer Bäume zusätzlich betont. Die Pocket-Parks in der Nähe des Wohnbereichs leiten zu öffentlichem Grün über und bilden ein zusammenhängendes System, welches in der Landwirtschaft, im Schutzgrün an der Bahn und an den Lagerflächen, und dem Waldpark im Norden ausläuft. Die Hauptachse zeigt das Zusammenspiel aller hier angewandten Begrünungsarten.

Sanierungsprogramm
- Erhalt des Baudenlmals Bunte Reihe;
- Beseitigung der dienenden Streubebauung außerhalb ausgewiesener Hausgrundstücke;
- Bildung einer Wohnstraße im östlichen Teil des Sanierungsbereichs, als Fortentwicklung der Bunte-Reihe-Idee;
- Einrichtung eines Pocket-Park-Systems, die zum Park überleiten und mit der Bunten Reihe verbunden sind;
- Flächenfreihaltung für ein Kindergarten und ein Nahversorgungszentrum;
- Beseitigung von Nebengebäuden und Nutzgärten im Schutzbereich der Bahn;
- Anlage einer weiteren Zufahrt zum Wehrsportgelände, die Elewatornaja-Straße wird zur Sackgasse;
- Anlage geordneter Haltestellen für den öffentlichen Nahverkehr;
- Wiederbelebung des traditionellen Gemüseanbaus; Freihaltung von Hausgrundstücken von sonstiger Bebauung;
- Am Nahversorgungszentrum wird Platz für einen malerischen Markt bereitgestellt, um die Bewohner mit lokalem Obst und Gemüse zu versorgen.

Entlang der Bahngleise wird eine neue Straße angelegt, zum Wehrsportgelände und zum Markt, die Elewatornaja-Straße entlastend. Angezeigt ist ferner die Anbindung des Marktgebiets an die Stadtmagistrale Gumbinner Chaussee. Eine ruhige Straße wird angelegt, an der sich die geplanten Wohn-, Kultur- und Versorgungseinrichtungen reihen. Alle Wohnstraßen sind Sackgassen, um den Durchgangsverkehr zu vermeiden. Rettungsfahrzeuge erreichen die Markthalle und die Wohngebäude über die ungeteilte Fahr- und Gehbahnen.
Hauptkennzahlen
| Vor Sanierung | Nach Sanierung | |
| Fläche innerhalb der Bebauungsgrenzen | 21,53 ha | 28,62 ha |
| Entwurfsfläche | 41,25 ha | 41,25 ha |
| Bewohner | 611 | 959 |
| Wohnfläche | 14969,50 m2 | 23495,50 m2 |
| Kindergärten | 60/60/90 (Normwert/Kalkuliert/Angenommen) | |
| Parkplätze | 275/455 (Bestand/Berechnet) | 432/681 (Kalkuliert/Angenommen) |
| Überbaute Fläche | 14,2 ha (49%) | |
| Grünfläche | 4,85 ha (15%) | |
| Befestigte Fläche | 9,57 ha (36%) |

Zonierung: Wohnhäuser
bestehend,
geplant,
denkmalgeschützte,
mit Versorgungseinrichtungen;
Landwirtschaft;
Kindergarten;
Gesellschaftszentrum;
Markt;
Lager und
Gemeinschaftslager;
Siedlungsbereich; Erholung im
Park,
Schutzgrün,
Grünanlage und
Pocket-Park,
Allee.
Gesellschaftszentrum
Darin sind untergebracht:
- Gemeindeämter;
- Verwaltung;
- Handwerkswerkstätten;
- Aktivitätenbereich
Kindergarten
Unter Berücksichtigung geltender Normen für Erreichbarkeitsradii (500 m) wird Platz für eine Vorschuleinrichtung eingeräumt, Folgendes umfassend:
- Kindergarten mit 90 Plätzen;
- anliegende Spielplätze;
- Baumgürtel als zusätzlicher Lärmschutz, Umfeldverbesserung und Sicherheit.
Parkbereich
Der Parkbereich ist wesentlich für die Landschaftsgestaltung des Sanierungsbereichs, ein Gesellschaftszentrum der eigenen Art. Hier beginnen die Fußwege, die Pocket-Park-Ketten. Alles Bestandsgrün wird durch diese Zone bionisch vereint. Die Parkanlage berücksichtigt die kleinsten Unebenheiten im Gelände, die durch mehrstufige Gehölzeanpflanzung und Aufschüttung herausgearbeitet wird.
Markt
Der Markt ist das wichtigste Element des Sanierungsbereichs. Ein öffentlich zugängliches Gewächshaus ist sein Hauptmerkmal. Darin werden verschiedene Nutzpflanzen angebaut, die der Besucher direkt vom Beet kaufen kann noch bevor er das Marktgebäude betritt. Auf der Galerie wird ein Foodcourt eingerichtet, wo ausschließlich regionale Produkte verwendet werden. Jene Galerie schließt an das Gewächshaus an und bildet ein Atrium mit Aussichtsplattform, von wo aus man sowohl auf die Pflanzen unter Glas, als auch auf die Stadt schaut.