Die Aufgabe des «Neu-Tschernjachoskij»-2011 war es, die Insterburger zu einer toponymischen Selbstbestimmung zu bewegen, und die Auswärtigen zu einer Neudefinition bestehender Begriffe. Wie könne im 21. Jahrhundert ein Stadtdenkmal eines bestimmten Heldennamens sein, den die Stadt trage. Die Aufgabe ward erfüllt: die Diskussion ging los, wenngleich zur Zeit eher in die Richtung der Grundlage für solche Phantasmen.
Neun Entwürfe wurden zur Teilnahme am im März 2011 ausgeschriebenen Entwurfswettbewerb für einen neuen Iwan-Tschernjachowskij-Denkmal zugelassen (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9). Präsentiert wurden sie in Juni bei der Konferenz anläßlich des 105. Tschernjachowskij-Geburtstages und im Juli beim «Neu-Tschernjachowskij»-Festival. Am 1. August 2011 präsentierten der königsberger Publizist Alexander Popadin und der Architekt Oleg Wasütin (auch Königsberg) die Ergebnisse des ersten Wettbewerbs bei einer Runde auf der Burg Insterburg.


Die Arbeit von der Österreicherin Sophie Panzer wurde als beste in der Städtebau-Sparte der Stadtverwandlung gekürt.
Der Zentaur aus Panzerstahl der Russin Ekaterina Dalnitschenko war allen anderen Skulptur-Objekten im Bildhaftmachen des Mythos eines Stadtbeschützers überlegen.
Unser Glückwunsch gilt den beiden Siegern!
In der auf die Ergebnisverkündung folgenden Diskussion unter Teilnahme der Jurimitglieder, der Teilnehmer der Insterburger Sommerschule, der Mitglieder der Burgstiftung und der Heimatkundler hoben auch die Vorteile der auf der Strecke gebliebenen Entwürfe hervor. Iwan Czeczots Interesse galt z.B. dem Konzept der neuen Plangrundlage, bei der einer Gestalt eines in Preußen umgekommenen Helden wahrhaftig landbildprägend werde. Auch der «schwarze General-Schutzengel» fand Anklang; Galina Kaschtanowa-Erofeewa hob die Bedeutung exakter Einhaltung der Genehmigungsprozedere beim Städtebauplan Sophie Panzers hervor. Ein weiterer Vorschlag galt der Errichtung der Heldendenkmäler in jedem Hof und der Überbringung eines Teils sterblicher Überreste des Feldherren nach Insterburg.
Besonders lang und eingehend war die Diskussion ob der Zentaurengestalt, wie auch jene ob der Verwirklichung einer solchen. Komme der Tag und finde der Gedanke die Zustimmung bei der öffentlichen Erörterung, gewinne die Idee eines neuen Roland an Schwung und werde der Tag nahen, wenn ein gottgleicher Heldenzentaur von fünf Metern Höhe die Felder hinterm Bismarckturm oder an der Georgenburger Straße streife.

