Rußlands Architekturportal „archi.ru“, Netzmedien-Partner des „insterJAHRes“, berichtet von der kommenden Eröffnung des Treffens junger Architekten zu Insterburg.

Leider weist dieser Bericht einige mehrere sonderbare Fehler auf.
- Das erste russische SESAM-Treffen wählte sich „Re:Town“ zum Motto — ein mehrdeutiges Thema, und das mit Bedacht. „Re“ stehe für „Wiederkehr“, und bedeute die erneute Hinwendung zur alten Stadt, die Neufassung unserer Urteile, den Umgang mit dem Vorhandenem, die Absage an die klinisch-reine Neuanfänge ad ovo. Nichts davon läßt sich im vom „archi.ru“ apostrophierten Motto „Die zerstörte Stadt“ erkennen.
- Die SESAM-Treffen werden meist von den Studenten frequentiert, beschränken sich aber keineswegs nur auf sie. Hier gehen junge Fachleute ein und aus, diplomierte und nicht, Doktoranden und Aspiranten, und auch so mancher junggebliebener Professor ist unter ihnen — neben jenen, die Meister ihrer Fächer sind, ohne je eine Hochschule von Innen gesehen zu haben. Wozu die selbstauferlegten Schranken?
- Von der heutigen Insterburg gebe es viele Meinungen: keine wäre der Realität ferner als „Museumsstadt“. Wir sind weder Rothenburg noch Susdal!
- Wie sollen die Studenten, dem Artikel zufolge, ihre „Entwicklungsvorschläge… in Echtzeit erarbeiten„? Wie gehe das, und welche andere Arten kennen wir? etwa die „Zeitlupen-Entwicklung“?
- Wie kann eine Stadt je ihrer Geographie entsagen? Eine deutsche Stadt ist Insterburg nicht mehr, aber ostpreußisch wird sie wohl auf ewig bleiben.
- Wie kann schließlich eine Stadt im Jahre 427 nach der Stadtrecht-Verleihung als 700-jährig bezeichnet werden?
Wir vom „insterJAHR“ wünschen allen Reportern, ob von „archi.ru“ oder anderen Medien, mehr Sorgfalt bei der Vorbereitung ihrer Berichte, und sind gerne bereit, ihnen in Rahmen des uns möglichen mit Rat und Tat beizustehen.