Scharoun im Moskauer Architekturmuseum

A.W. Schtschussew-Architekturmuseum und Kamswyker Kreis e.V.
gefördert von der Stiftung Wiedergeburt und Keimfarben GmbH
präsentieren die Ausstellung

„Hans Scharoun, Photos von Carsten Krohn“

Die Bauten von Hans Scharoun, dem deutschen Meisterarchitekten und führendem Vertreter des organhaften Bauens (1893-1972), werden erstmalig in Rußland in Moskau zum Thema einer Photoausstellung. Nebst dem berühmten Spätwerk, der Berliner Philharmonie, mit ihrem asymmetrischen Goldzelt und „Weinberg-Terrassen“ ums Konzertpodium, zeigt der Photograph Carsten Krohn auch andere Bauten Scharouns, bis hin zu seinem Erstlingswerk, welches ausgerechnet in Rußland erhalten blieb.

Siedlung Kamswykus, auch „Bunte Reihe“ genannt, in der ostpreußischen Stadt Insterburg (heute als Tschernjachowsk in der Provinz Kaliningrad), war dem Architekten eine Art Diplomarbeit: seit 1915, noch als Student, arbeitete Scharoun hier am „Ostpreußischen Wiederaufbau“, der Neuschaffung der gesamten Provinz, die durch die Kämpfe des Ersten Weltkrieges verwüstet war. Heute hat dies Werk des „Bunten Bauens“ der frühen 1920er Jahre alle Chancen, zum regionalen Entwicklungszentrum aufsteigen, so ein Vorschlag der „Kamswyker Kreise“, die alle zur Zusammenarbeit einladen.

„Es gab einmal ein Land, dem es gelang, aus divergierendem öffentlichen Geschmack, dem Planerwollen und dem Handwerkerkönnen zu neuer Größe zu wachsen, Formalismus abzulegen, und auch die Ausführung ohne Herz und Verstand. Man stieg zu den Höhen des 20. Jahrhunderts hinauf: zum Haus als „Erfüllungsorgan“ des „Wohnvorgangs“, zur „Gestaltfindung“ aus inneren Wesen der Aufgabe heraus anstelle des „Ent-Werfens“ des gottgleichen Allwissers. Nicht anders entstanden die von Karajan so beliebte Philharmonie, die Staatsbibliothek aus dem „Himmel über Berlin“, das „aperspektivische“ Theater in Wolfsburg, die „Darmstädter“ Schulen, Keimstätten des neuen Bürgersinns, die Villen und die Wohnhochhäuser, ganze Stadtbezirke – dem allem war in Ostpreußen ein Grundstein gelegt, dies alles kann, ja soll man heute erlernen!“

Wo: Apothekerflügel des Architekturmuseums, Sockelgeschoß, Wosdwischenka Str. 2/25
Wann: 9. April 2025, 19:00. Bis 20. Mai 2015, außer Montags

Dr. h.c. h.c. Hans Scharoun, Architekt von über 300 Bauten und Ensembles wie z.B. Berliner Philharmonie (1962–87); Gymnasium in Lünen (1962) und Schule in Marl (1971); Stadttheater in Wolfsburg (1973); Deutsches Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven (1975); Staatsbibliothek zu Berlin (1976). Präsident der Berliner Akademie der Künste (1955–72), Professor für Architektur und Städtebau, Träger des Bundesverdienstkreuzes (1959). Seinen Namen führen Straßen und Plätze, ein Orchester der Philharmonie und die Schule in Marl.
Dr. Carsten Krohn, Architekturprofessor Universität Mexiko-Stadt, Buchautor (Peter Behrens, Ludwig Mies van der Rohe), Ausstellungskurator (Peter Behrens, «Bauten für die AEG», «Das ungebaute Berlin» usw.).
Dimitri Suchin, Dipl.-Ing. Architekt, Mitglied des do.co.mo.mo. Deutschland, ICOMOS St.Petersburg, Kreisgemeinschaft Insterburg. Beirat der Scharoun-Gesellschaft Berlin. Beauftragter des «insterJAHRes» (Insterburg). Vorstand der Kamswyker Kreise (Berlin, Insterburg).

Medienpartner: archi.ru, Proekt Baltia, People2People, Portal des Moskauer Architekturrates, Kultur-radio, Archplatforma, Architime

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