Studentenlandung

Marina Deneschkina berichtet von der ersten Seite des Lokalblattes „Polüs+TV“:

Unlängst landete in Insterburg eine Gruppe werdender Landschaftsdesigner aus Dorpat, Berlin und München. Eine Woche lang arbeiteten sie von der Burg aus, untersuchten die gesellschaftlichen Räume unserer Stadt, ihre Landschaft, Wasser und Grün. Den Worten des Dorpater Universitätsprofessors Friedrich Uhlmann zufolge (eingentlich, Friedrich Kuhlmann, Professor der Universität der Lebenswissenschaften — Administrator), leisteten die Studenten einen wesentlichen Beitrag zur Fachdiskussion, erarbeiteten ein Konzept der Entwicklung öffentlicher Räume.

Am letzten Freitag stellten sie dieses Konzept in der Bibliotheksaula den Stadtbewohnern vor. In der Runde sah man neben dem Professor der TU Berlin Herrn Jürgen Wenzel den amtierenden Stadtverwaltungsleiter Alexander Masalow sitzen, die Kulturamtsleiterin Frau Swetlana Koschewnikowa, die Heimatkundlerin Frau Galina Koschewnikowa-Erofeewa und andere.

Die Praktikumsstudenten, so zeigte es sich, machten drei Bereiche auf dem Stadtplan Insterburgs aus: den alten Park, die Bleiche, das städtische Stadium und den Raum dazwischen. Wie der Dorpater (EMÜ) Uni-Student Mark sagt, untersuchten sie nebst der modernen Nutzung die Stadtgeschichte, den Relief, die Gewässer, das Grün, die Gesellschaftsprozesse usw., des jeweiligen Bereichs. Man führte Interviews mit den Stadtbewohnern durch und legte auch diese den Entwürfen zugrunde.

Diese Studentenentwürfe reichen vom Landschaftdesign der Bleiche bis zum Stadtpark, der Lutherischen Kirchstraße, dem Schloßteich und dem Gawehnschen Teich, gar den alten Fabriken am Parkrand.

Aufnahme Marina Deneschkinas


Wir im „insterJAHR“ meiden nach Kräften solche Wörter wie „Design“ oder „Designer“, der ihnen innewohnenden Oberflächlichkeit wegen. Unsere Praktikanten waren mehr! Kommende „Landschaftsarchitekten“, studieren sie gerade im Fache „Landschaftsarchitektur regionaler Freiräume“. Sucht man nach Synonymen, empfehle sich der „Landschaftsanwalt“, dem „Bauanwalt“ des Ersten Weltkrieges ähnlich, und wie dieses außer Gebrauch. Dies erklärt der Zeitpunkt der Einführung dieses weltersten Landschaftsarchitekten-Titels: 1934.

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