Eine Widerstandskirche, die offen zu ihrem Bekenntnis stand, verdient ein Denkmal, das in aller Sicht verborgen steht.
Wir begannen mit einem freistehenden Volumenobjekt am Eingang zum Glockenturm — treten wir nun mit unserer Vitrine in den Schatten!
Ein flaches Stahlblech, 20-30 cm breit, umfaßt die gesamte Türnische und bildet ein Rahmen. Bei Bedarf wird nach vorn herausgezogen, die Bestandstür bleibt erhalten.
Regalböden, unregelmäßig angeordnet, werden an diesem Rahmen montiert. Darauf das 3D-Gebetsbuch, die Personenfotos und die Widmung.
Mehrschichtiges Vitrinenglas deckt sie von außen ab. Seine Fläche ist fast gänzlich mit einer undurchsichtigen schwarzen Folie überzogen. Nur wenige Sichtschlitze bleiben frei — sie folgen der Zeichnung der historischen Türblätter, die jetzigen sind verändert worden. Die Schaustücke und die Texte sind so nur sequentiell sichtbar, man muß sich hinhocken und hinknien.
Was auch die Absicht war.
Die Supraporte in der ersten Photomontage links wurde dazugedacht auf Grundlage von ähnlichen Türen anderswo und des Liniengewirrs in der einzigen veröffentlichten Entwurfszeichnung. Es konnte geklärt werden, daß es so ein Bleiglas-Fenster nie gab, sondern nur vertikales Profil.
Was uns zu einem Kreuz verhilft.

