Das insterburger Blatt „Polüs+TV“ berichtet von der Moskauer Architekturbiennale:
Am 26. Mai eröffnete im den Zentralhaus der Künstler die 2. Moskauer Architekturbiennale, die noch bis 8. Juni laufen wird. Bürger wie Fachleute haben zeitens der Schau Gelegenheit, nicht nur die Einzelpräsentationen zu besuchen, sondern auch an Meisterkurse teilzunehmen und Vorträge von Weltklasse-Spezialisten zu lauschen. Von den letzteren seien nur ein Paar Namen genannt: Kees Christianse, Architekt und Stadtplaner — und Rem Koolhaas, der Theoretiker des Dekonstruktivismus. Die Auswahl ist nicht zufällig: die Veranstalter meinen, die Zukunft der Städte hänge sowohl von denjenigen ab, die sie bauen, als auch von denen, die sie bewohnen. Um es mit den Wörtern des Kurators der Biennale, des Holländers Bart Goldhoorn zu sagen: „In den kommenden Jahren und Jahrzehnten wird die Aufgabe von Architekten und Stadtplanern nicht etwa der Bau neuer Städte und auch nicht die Urbarmachung neuer Landstriche sein, sondern… die (Fort)Entwicklung der bereits bestehenden. Statt Bau brauchen wir Umbau.“ Über 70 Projekte aus 14 Ländern sind auf der Biennale vertreten: aus Österreich, Belgien, Großbritannien, Dänemark, Deutschland, Italien, Spanien, den Niederlanden, Rußland, USA, Ukraine, Finnland, Frankreich, oder der Schweiz; sie reichen von der Rekonstruktion ganzer Weltstädte wie Paris oder der russischen Hauptstadt, der Umgestaltung der berühmten Eremitage zu St. Petersburg — über die Stände vieler Architektur- und Designbüros — zu den Präsentationen von Steinverkleidungen, dekorative Tafeln, Aluminium, Textilien, Innendekorateure, Möbelschreiner usw.
Inmitten all dieser Vielfalt steht auch Insterburg mit seinem „insterJAHR-2010“, vertreten von den Architekten Dimitri Suchin und Anna Barsuk, und dem Rat der Burgstiftung Alexej Oglesnew.
Nach den Worten unserer Vertreter ziehe der „insterJAHR“-Stand, zu Königsberg erbaut und „inzwischen als insterHAUS bekannt durch seine charakteristische Form Besucher an sich — sie ist den ostpreußischen Giebeln machempfunden — und die Filme, die auf seinem Dach erstrahlen„. Auf diesen Bildschirmen laufen die „eigens für diese Schau erstellten Filme: eines zur Pojekterklärung, ein weiteres über den jungen Scharoun, ein drittes über SESAM und ein letztes über die Königsberger Städtebauschule“. Am 27. Mai wurde „insterJAHR“ dem interessierten Publikum präsentieret, zusammen mit einigen Projekten von Lehrern und Studenten des Moskauer Architekturinstituts. Am 28. Mai folgte eine besondere Präsentation des Junge-Architekten-Treffens SESAM-2010.
Unser Projekt steht in vollem Einklang mit dem Gesamtkonzept der Biennale: es ist an der Zeit, die alten bestehenden Stadtstrukturen zu pflegen, „sie zu erneuern, zu transformieren und wiederzubeleben, die Nachbarschaften aufzuwerten“, wie der Kurator es meinte.
Die Biennale sei eine „Leistungsschau der Ideen“, es sind Gespräche, Interviews, Kontakte, wertvolle Erfahrungen im Umgang mit anders- und gleichgesinnten. Doch für unsere Beauftragten dauerte das Eintauchen in diese einzigartige kreative Atmosphäre nur kurz, und Moskau haben sie bereits verlassen: in Insterburg beginnt in bälde eines der wichtigen „inszterJAHR“-Maßnahmen, ein Kolloquium der Baumeister und Architekten.