„Rätselhaft unentschlossen“

Iwan Rumnitzkij läßt auf „Archi.ru“ das nordostpreußische Geschehen zum Jahresende Revue passieren und die Bewohner zu Wort kommen:

«…die Bauleute schmissen die historischen Ziegeln vom Dach und zerschmetterten sie».
Entwerfer wie Ausführer wie die Schutzorgane «weigerten sich vehement», altes wiederzuverwenden.
«Ausgerechnet in der Frost-Tau-Periode wurden die Dächer abgedeckt, die oberen Wohnungen unter Wasser gesetzt.»
Die Ziegeln «schnitt man zu, sie barsten… es wurde etwas Krummes mit Rissen daraus.»
Die Dachfenster «wurden trapezförmig im Grundriß, als wären es MG-Gefechtstände. … die Dachziegeln wurden genagelt.»
«…Scharoun´sche Sterne … sind wo man an sie herankam von den Brandmauern heruntergeschlagen worden … die Brandmauern und die Kamine in ein undefinierbares Braun getüncht. Bereits nach wenigen Monaten blätterte die Farbe ab.»
«…für ein Schwarzdach wie im Entwurf reichte der Baufirma das Ged nicht aus».

Die Rede ist, wie nicht anders zu erwarten, von der Bunten Reihe von Hans Scharoun. Die Bewohner senden nun Appelle an die Instanzen, wir auch. Nützlich ist es auch, an das Kalendarische zu denken:

  • September 2016, Auftragsvergabe an eine Baufirma ohne Mitbewerber
  • Oktober 2016, LDA Königsberg berichtet von der Einstufung als „Bundesdenkmal“
  • Oktober 2016, Architekten werden für die Arbeit an Denkmälern zugelassen
  • November 2016, Architekten vor Ort
  • Dezember 2016, Baubeginn, Dächer werden abgedeckt
  • Januar 2017, Bauende gemäß Vertrag
  • Januar 2017, Deckeneinsturz
  • Februar 2017, das Moskauer Bundeskulturministerium stuft die Häuser als „Bundesdenkmal“ ein
  • April 2017, Bauende

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