Mit stolzgeschwellter Brust meldet das Königsberger Provinziale Fonds für Bautensanierung, die Sanierungsarbeiten an der „Bunten Reihe“ seien erfolgreich abgeschlossen. Richtiger wäre: beendet. Von einer Sanierung, also Genesung, kann kaum die Rede sein. Auch nicht von der ganzen Siedlung.
Bei knapp der Hälfte der Häuser sind die Dächer grund- und sinnlos zerstört worden, und auch die Brandmauern beschädigt. Aus Böswilligkeit oder Unfähigkeit — ungewiß.
Neue Dachziegeln kamen da rauf. Von anderer Farbe, anderer Größe, anderem Profil, und wider jeglichem Konstruktionssinn verlegt. In Folge krachten ausgerechnet zu Sylvester einige Decken herunter.
Gauben kamen dazu, größer und anders als die alten waren.
Und auch die Unterkonstruktion hat mit der Vorgängerin nur bedingt was zu tun.
Schon die Pressemitteilung strotzt nur so von Fehlern, wenn es um die Geschichte des Bauensembles geht. Dem wollten wir abhelfen, Fachleute aus Nah und Fern boten sich an, doch ernteten nur das Schweigen. Erst während des Baues machten sich die Bauleute daran, etwas von den Fledermausgauben zu lernen. Der Unterschied zwischen Flachdachsteinen und Hohlpfannen blieb ihnen bis zuletzt verborgen.
Darf man überhaupt von einer Generalsanierung sprechen, wenn außer Dächern nichts angetastet wurde? Nichteinmal die Stromkabel im Dachboden wurden ersetzt!… welch´ ein Glück!
Es setzt dem Gebahren eine Krone auf, daß diese „Sanierung“ ein Schwarzbau war: eine denkmalrechtliche Genehmigung wurde zu keinem Moment eingeholt. Bei einem Denkmal von landesweiter Bedeutung!
Summarisch: man änderte erheblich, sogar überheblich, das geschützte Äußere der Bauten. Störte die Gesamtanlage sehr. Die Dächer werden neu angegangen werden: wer zahlt´s?