Ein genaues Gründungsdatum der ersten Apotheke Insterburgs ist nicht überliefert. Im Jahre 1615 bestand hier am Alten Markt bereits eine „Grüne Apotheke“ eines Domtius; sie stand etwa dort, wo der halbrunde Weg um das Lenin-Denkmal rechts auf den Bürgersteig trifft. Sechs Generationen ihrer Apothekerfamilien Siegmann und Schlenter gingen in die Geschichte ein, sogar der König Friedrich Wilhelm IV. war bei ihnen zu Gast.
Die zweite, „Rote Apotheke“ wurde 1645 von einem Johann Albrecht auf der gegenüberliegenden Platzseite gegründet, wo heute die Grünanlage um das Barclay-de-Tolly-Denkmal sich ausbreitet, dem Verkehrsamt zugewandt. Hier war eine Apothekersfrau von Bedeutung: ihr Bruder, der Architekt Erich Mendelsohn, stattete die Familienwohnung mit eigens von ihm entworfenen Möbeln aus. Die dritte und vierte Apotheke kamen viel später dazu.
Die erste Apotheke von Tschernjachowsk öffnete 1946 in der heutigen Kalinin-Str. 3, und war ein Staatsunternehmen. Als ihre Leiterin ist Frau Lüdmila Romanowna Chaban bekannt. Auch diese Apotheke ist nicht mehr, obwohl es in der Stadt über 10 ihrer Schwestern den Dienst verrichten.

Wir schlagen vor, ein Zeichen zu setzen für die Apotheker und Pharmazeute, die sich seit über 400 Jahren für unsere Gesundheit einsetzen, und die Standorte aller drei ursprünglichen Apotheken zu markieren. Nicht mit Gedenkstein, -Tafel, oder vollplastischem Standbild, sondern mit etwas, was dem Wesen ihres Dienstes entspricht: mit Sitzbänken zum Ausruhen und Entspannen. Vom gleichen Typ wie die Stadt sie derzeit aufstellt, aber etwas anders im Aussehen. Wir würden sie gerne anstreichen: die eine beim Lenin-Denkmal in Grün, die andere am Barclay de Tolly in Rot, die dritte am 3. Rathaus in Weiß – und den metallischen Einsatz in der Rückenlehne ganz austauschen. Statt Ornamente, zwei einander zugewandte As im Apothekenstil, dazwischen ein Wappenbär auf einer Tablette. Auf dem obersten Planken dann noch eine Widmung – streng in der Apothekentradition.
