Zum Förderwettbewerb des SharingHeritage unser Beitrag:

…An den Stationen „Pankow-Heinersdorf“ und „Rummelsburg Betriebsbahnhof“ findet man sie — die ersten Raumtragwerke der Welt, die Rundlokschuppen Typ Schneidemühl. In den 1870er Jahren erbaut von Johann Wilhelm Schwedler, als Deutschlands oberster Baubeamter Schinkels Nachfolger im Dienst und Pionier des wissenschaftlichen Stahlbaues. Berlin hatte ihrer 9, entlang der Königlichen Ostbahn erstreckte sich eine Perlschur aus Glasdomen auf dem Weg von St.Petersburg nach Paris.

Doch für neue Loks waren die Kuppeln bald zu klein, und die Ostbahn fährt auch nicht mehr. Nach und nach verschwanden die Dome, bis letztlich nur die beiden an den (ehemaligen) Betriebsbahnhöfen Pankow-Heinersdorf und Rummelsburg blieben. Für beide liegen Abrißanträge vor. Nicht daß sie als Gattung sich der Umnutzung fernhielten: Londoner Roundhouse, Luxemburger Rotundes beweisen das Gegenteil. Es fehlt weder am Potential noch an Konzepten, es fehlt — in Berlin genau wie in Schneidemühl, in Dirschau oder in Insterburg — vor allem an der Öffentlichkeit. Doch wie vermittelt man ein technisches Bauwerk, welches nie für die Öffentlichkeit gedacht war und auch jetzt noch hinter Gleis und Zaun liege?
Eine Lösung gebe es, eine die trädierte und modernste Wege der Vermittlung vereint, wirtschaftliche Vorteile bringt und Nachahmer finden können wird. Besonderes nützlich für die Jugend und die Behinderten.

Wer hat sich nicht über Touristen geärgert, die sich mit Smartphones ins Bild drängen? Über die Banausen, die sich auf eine antike Rekamiere fallen lassen oder den Rembrandt betatschen? Und das Hintertür-Abservieren von Behinderten? — hier werden sie alle für uns alle „normalisiert“.
Ohne Wertschätzung keine Erhaltung. Ohne Verständnis keine Wertschätzung. Doch wie Verstehen ohne sie zu betreten, die Spannweite zu ermessen, das Kuppelschweben zu erleben, die Aufstellung der Lokomotive zu sehen?
Erläuterungstafeln — wer lese sie?
Eine Modellbahn — erfordert Pflege, Strom und vor allem Aufsicht, zeigt nichts vom Kräftefluß und Betriebsablauf.
Wir schlagen einen anderen Weg vor: ein taktiles Augmented-Reality-Modell! Ohne Strom, ohne Wartung, vandalensicher, in allen Sprachen verfügbar, für krabbelnde Kinder wie für ergraute Professoren geeignet. Behindertenfreundlich vornedrein.



Vor jedem Rundlokschuppen steht sein Beton-Abguß, etwa 1,50 im Durchmesser, mit Fensterkreuzen, Dachgraten usw.: ein haptisches Modell. Erklettern erwünscht, sogar das Übersprühen verirrter Graffitti-Künstler.
Auf dem Sockel eingelassen, die notwendigen Grunderläuterungen und die QR-Felder, denn die andere Hälfte des Modells ist virtuell. Zeigt wie so eine Kuppel aufgebaut ist, wie die Loks hineinfuhren und gedreht wurden — in allen Sprachen, aus allen Winkeln!
Bekannt sind dynamische Bildüberblendungen verschiedenorts — bei uns findet dies auf des einen privaten Smartphone statt. An Standorte und künftige Entwicklung der Darstellungstechnologien anpaßbar.
Angebote liegen vor.