Die Insterburger Kinderkunstschule schrieb einen offenen Wettbewerb aus. Gesucht war ein Logo oder ein Symbol der kommenden Feierlichkeit aus Anlaß des 75. Jahrestags der Stadt-Neubenennung. Gewünscht sind nach Statut:
…Bilder von Logos, Emblemen oder Symbolen des 75. Geburtstages von Tschernjachowsk, je nach Ermessen der Autoren mit oder ohne Zahlen, Buchstaben und Wörtern
Die Grundlage der Vorlage darf alles sein, was verläßlich auf Tschernjachowsk verweist: erkennbare und einmalige Gestalten und Gestaltungselemente der Stadt, ihre Philosophie, ihre Bilder, Mythen und Legenden, historische Figuren und Wahrzeichen.
Angedachte Anwendung: auf Souvenirs, als Stadtwerbung auf allen Trägern.Nach einiger Überlegung wurden vier Ideen zum Wettbewerb eingereicht:

Das Stadtjubiläum von Tschernjachowsk ist vom Jubiläum der Stadt Insterburg nicht zu trennen. Von daher ein Vorschlag, einer Zahl „75“ im serifenlosen Plakatstil sowjetischer Grafik mit darübergelegter kleineren Zahl „438“ oder „363“ in Antiqua- oder Frakturschrift. Ob „438“ oder „363“ hängt davon ab, ob die Jahre des Stadtlebens zusammen- oder getrenntgezählt werden. Denkbar sind Farbfüllungen und -Verläufe, Überlagerungen mit Photos usw.

Die Stadt Tschernjachowsk verlebte ein Großteil ihres Lebens unter dem Monogramm „GF“. Dem General Iwan Tschernjachowski kam eine solche Monogramm-Ehre nicht zuteil. Aus Anlaß des 75. Jahrestages wollen wir dieser Ungerechtigkeit entgegenwirken und geben dem „GF“ des Stadtwappens ein „IDTsch“ hinzu. Heraus kommt ein Zeichen, welches das Alte und das Neue in sich trägt, wie es auch dem Stadtcharakter entspricht. Denkbar sind Farbfüllungen und Überlagerungen mit Photos; die Buchstaben „G“ und „F“ sollten stets in einem helleren oder gedämpfteren Ton bleiben.

Der 75. Jahrestag von Tschernjachowsk wäre nicht möglich, hätte nicht vor Zeiten ein Georg Friedrich von Brandenburg seine Arbeit getan. Ohne einen Iwan Tschernjachowski wäre so eine Tag nicht denkbar – und auch nicht ohne die Feiergemeinschaft von heute. Darum setzt sich das Zeichen aus den Zahlen „1583“ in der zeittypischen Schrift, überlagert mit der Unterschrift des Markgrafen; aus den Zahlen „1946“ in der Groteske jener Zeit, mit der Unterschrift des Generals, und schließlich aus den Zahlen „2021“ mit Punkten und einem Cursor-Zeichen: eine Einladung an den heutigen Stadtbewohner, sich mit Tat und mit Namen in der Stadtchronik zu verewigen. Die Zahlen können gefüllt oder als Umriß denkbar, die Unterschriften nur einfarbig gefüllt.

Tschernjachowsk steht auf Insterburgs Schultern, nirgendwo in Nordostpreußen sind Geschichte und Gegenwart so eng miteinander verknüpft. Deshalb stehen als Symbol für die 75-Jahr-Feier drei Jahreszahlen ineinander verschlungen: 2021, 1946 und 1583. Zusammen formen sie ein Wappenschild, dessen Schildhalter zwei Silhouetten sind: diejenige des I.D.Tschernjachowski-Denkmals vom Bahnhofsplatz und diejenige des G.F. von Brandenburg-Porträts aus der Heilsbronner Sammlung. Denkbar sind Schwarz-Weiß-Füllungen oder wie dargestellt in den Farben der Stadtflagge und des Stadtwappens.