Frühstücken bei Barclay, Mittag bei Napoleon

Die Insterburger Zeitung „Prawo znat“ nahm einen angedachten Straßenfest regionaler Gerichte zum Anlaß, breitflächig von unserem Projekt „Lieblingsspeisen“ schreiben.

Kürzlich stießen wir in einer lokalen Gruppe in den sozialen Netzwerken auf eine Meldung, zu Insterburg sei geplant, ein Straßenfest abzuhalten, und zwar explizit zum Thema lokaler, oder besser regionaler Speisen. Ob es wirklich so geplant war oder nur ein Gerücht, das wissen wir nicht. Der Gedanke aber ist zweifelsohne interessant.
Zugegeben waren wir zunächst ziemlich skeptisch: welche authentischen Gerichte könnte man da überhaupt auftischen? Ein Haufen Fischgerichte von der Küsten, die obligaten Königsberger Klopse und ein Wildbret aus Rominten? Doch was haben bitteschön jene Klopse mit Insterburg zu tun? … Explizit Insterburger Rezepte wird es auf der Welt wohl auch nie gegeben haben. Kann man da dem Publikum überhaupt etwas bieten?

Die Frage ist mehr als berechtigt. Genau die lag auch unserem Vorhaben zugrunde. Es wird auch weiter zun uns gesprochen, die Persönlichkeiten aufgelistet und sogar ein Paar Rezepte gegeben.
Was haben wir im Moment bereits vorliegen:

  • Wilhelm II: fuhr hier durch, unterwegs zur Jagd
  • Napoleon: übernachtete hier vor dem Einmarsch in Rußland. Lieblingsspeise: Sekt, Oliven, Huhn Marengo
  • Paul von Rennenkampf: hielt samt seinem Stab Hof im Dessauer Hof
  • Richard Wagner: gab hier Konzerte
  • Maria Eleonora: lebte im Alten Schloß und auf dem Gut Althof
  • Michael Barclay de Tolly: starb vor den Stadttoren
  • Iwan Tschernjachowskij: wohl selbsterklärend?
  • Peter der Große: reiste mit seiner Großen Botschaft durch die Stadt. Lieblingsspeise: Perlgraupenbrei mit Milch, zu Fastenzeiten mit Mandelmilch. Bevorzugte Anis-Schnaps und Limburger Käse.
  • Friedrich der Große: fuhr hier durch. Lieblingsspeise: Biersuppe
  • Frieda Jung: Heimatdichterin. Lieblingsspeise: Pellkartoffeln
  • Paul von Hindenburg: befreite die Stadt. Lieblingsspeise: Pellkartoffeln

Die Zeitung fügte dem noch die Kochanweisungen für die Biersuppe und den Napoleon-Huhn noch zu.

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