Obbus aus dem Kreis

Kamswyker Kreis e.V. und die Stadtverwaltung von Insterburg reichten im Wettbewerb „100 Städte, 100 Leader“ das folgende Projekt ein:

2001 erfuhren die Königsberger aus ihrer Zeitung, in der Provinz gab es — Trolle. Auf Chausseen trieben sie ihr Unwesen, erzählte ein alter Mann — und ward nie mehr gesehen worden. Was natürlich eine Mär war. Gegeben hat es keine bösen Trolle, sondern überaus liebe Obusse. Sie rollten zum Turnierplatz, in die Gärten, zur Kirche und zum Flugplatz.
Die Zukunft war da.
Heute erinnern stehen zu Insterburg einzig die Oberleitungsmasten davon.

Das nach dem eingesetzten „Daimler-Benz obbus O6000“ genannte Projekt schlägt vor, keinen Mechanismus nachzubilden, sondern seine Zukunftsvision. Ein Transformer soll auf die Straßen kommen, ein Stadtaktivator und das seiner Bürger. Äußerlich das alte, nur ohne Stromkabel: ein Elektrobus wird es werden. Doch auch als ein Elektrobus wird er beispiellos sein.
Kommt ein Stadtteilfest, rollt er an, faltet seine Wände und spannt Planen auf – schon steht ein Café, läuft ein Film läuft oder spielt ein Orchester an. Bei einer Versammlung kann er eine Tribüne werden, bei einem Gesprächstermin ein Büro oder ein Sammelkasten für aller Art Eingaben. Oder ein Kindertransporter auf dem Weg in den Wald oder zum Strand. Oder ein Messestand der Stadt.
Kehrt der Obbus in seinen „Kreis“ zurück, auf das Podium unter der „Schwedler-Kuppel“ des Rundlokschuppens, findet er sich inmitten eines weiteren Lokal-Futurismus wieder. Bereits heute spielen hier Geigen mit Wagenhebern um die Wette, die KFZ-Mechaniker erfreuen sich am Säulen-Reigen. Es muß noch hier und da gefegt werden, die Dächer gestopft und die Stühle aufgestellt.

Unser Ziel

  • der Stadt ihr Technik-Erbe zurückgeben, ohne es museal auszustopfen. Dafür wird ein neu-alter Obbus benötigt
  • den alten Fortschrittsgeist für Bürgerinitiativen und Unternehmer nutzen. Dafür wird der Obbus ein Vorbild sein, in alter Form in einer neuen Art und mit neuer Technik. Die Stadt baut ja auch an einem Technologiepark.
  • den Bürger für die Stadt aktivieren, der Entpolitisierung entgegenwirken. Dafür werden Beratungen aus den Amtsstuben in die Wohnstraßen getragen. Genauer, gefahren.

Die (Wieder)Hertsellung des Obbus baut auf verschiedenste Bürgergruppen. Die einen mögen die Zeichnungen erstellen oder die Karosserie (eine Aufgabe für Fachleute und Gesellen), die anderen die Historie sammeln (Heimatkundler), die dritten als Erfinder am Elektrobus beteiligen (Designer, Tüftler, Studenten). Welche Module sollen mit enthalten sein: ein Geldautomat? ein Kaffeeautomat? ein Spielautomat? ein (3D)Projektor? Sollen es ausbaubare Module sein oder stets gleiche, nur unterschiedlich befüllt?
Entsprechend vielfältig sind auch die Beteiligungsarten.

Kosten

Ein vergleichbares Straßenbahn-Mock-Up kostete im Jahre 2018 in der Stadt Wyborg etwa 3 Millionen Rubel (40.000 €). Ein Elektrobus kostet in Moskau im Jahre 2017 rund 30 Millionen Rubel (400.000 €). Angesichts der Muskel-Hypothek, des Einsatzes der hiesigen Werkstätten, der kleineren Dimensionen ist mit Kostenreduzierung zu rechnen; angesichts der geplanten Innovationen, mit Kostensteigerungen. Insgesamt rechnen wir mit etwa 20–30 Millionen Rubel (267.000-400.000 €).
Reparaturen des Rundlokschuppens, auf Grundlage der Vergleichsbaustellen: 15–30 Millionen Rubel (200.000-400.000 €).

Kalender

  1. Materialiensammlung, 2018
  2. Bau eines rollenden Massenmodells, 2019
  3. Ausbau zu einem selbstfahrenden aus- und zusammenbaubaren Modell, Fertigung verschiedener Module 2020–2021
  4. Veranstaltungen mit dem Modell, ab 2019

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