Zu Gerdauen wird wieder genagelt

 

Es steht eine Tür in Gerdauen, noch frisch und blank. Die ersten Nagelköpfe in Gold, Silber und Kupfer zeugen vom Einsatz zum Besten der Stadterneuerung und laden zum Nachahmen ein.

Vor 100 Jahren gab es bereits eine solche Tür hier, im Gerdauener Rathaus — kriegszerstört. Die Patenstädte Berlin-Wilmersdorf und Berlin-Schöneberg schenkten sie hierhin, nachdem die Wilmersdorfer und die Schöneberger ab August 1915 die Türfelder vollgenagelt haben. Der Erlös ging an die „Ostpreußenhilfe“, zur städtebaulichen Verschönerung von Gerdauen und Umgegend. Den Entwurf der Monumentalpforte lieferte im Wettbewerb des Deutschen Werkbundes kein geringerer als Peter Behrens.

Die neue Gerdauener Tür ist keine direkte Kopie Behrens´. Dessen Mittelfelder zierten die Eisernen Kreuze — wir wiederum schlugen 2021 vor, die Symbolik nicht aufzugeben, aber zu erweitern: zum Eisernen Kreuz, ein Roter Stern und ein Georgs-Kreuz hinzuzugeben. Eine dreiseitige Stele schwebte uns vor. Geworden ist doch eine klassische Tür daraus, mit einem Vierpaß im Mittelfeld. Die Gerdauener Stadtkirche war der Motivgeber.

Feierliche Einweihung der neuen Tür: 3. September 2026. Bahn-Café „Tschugunka“, Tschernjachowski-Str. 25 (Altendorfer Chaussee). Täglich offen 10-20 Uhr.